Festgefroren auf Hiddensee, das ist einigen Urlaubern auf der Ostseeinsel inzwischen zu dumm geworden. Hubschrauber fliegen nun Gäste von der Insel, die seit Tagen von der Außenwelt abgeschnitten ist. Im Gegenzug bringen sie Nahrung nach Hiddensee.
Von der im Eis eingeschlossenen Urlaubsinsel Hiddensee vor der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste sind am Vormittag Urlauber mit dem Hubschrauber ausgeflogen worden. Vorher war ein letzter Versuch gescheitert, die Fahrrinne mit einem Eisbrecher zu öffnen.
«Wir fliegen in Absprache mit dem Landkreis alle Urlauber aus, die von der Insel runter wollen», sagte eine Mitarbeiterin des Hubschrauber-Service. Sie kündigte auch einen Versorgungsflug mit Nahrungs- und Arzneimitteln an, die auf Hiddensee mit seinen über 1.000 Einwohnern und gegenwärtig um die hundert Urlaubern knapp geworden waren. Die Urlauber mussten den Flug selbst bezahlen.
Ein letzter Versuch, Hiddensee über den Wasserweg zu erreichen, war am Montag gescheitert, als ein als Eisbrecher eingesetzter Tonnenleger sich als zu schwach für das starke Eis erwies. Zudem war die einzige eisbrechende Fähre der Hiddensee-Reederei seit Freitag wegen Maschinenschadens nicht einsetzbar. «Jetzt könnte sie wegen der Eisstärke ohnehin nicht mehr verkehren», sagte Reederei-Sprecher Knut Schäfer. Hauptnahrungsmittel wie Brot, Butter, Kartoffeln und frisches Gemüse waren inzwischen auf der Insel weitgehend ausgegangen. Konserven und tiefgefrorene Lebensmittel sind aber reichlich vorhanden.
Auch in Niedersachsen legen Schnee und Eis den Verkehr lahm. Wegen eisglatter Straßen und Schneeverwehungen ist in mehreren Regionen der Busverkehr eingestellt worden. So fahren im Deister (Region Hannover), in Celle, in Hildesheim und Osnabrück keine Busse mehr. «Es ist so glatt, und wir haben kein Salz mehr», sagte die Sprecherin des Osnabrücker Krisenstabs, Katja Diehl. Salz sei aber das Einzige, was helfen könne. Auch Im Kreis Lüneburg gibt es wegen Schneeverwehungen und querstehender Lastwagen auf den Straßen nur noch einen eingeschränkten Busverkehr.
Tausende Schüler in Rheinland-Pfalz dürften heute dem Wettergott huldigen. Bei ihnen fällt die Schule aus. Allein in der Südwestpfalz blieben 23 von 38 Schulen geschlossen, wie eine Sprecherin der Kreisverwaltung in Pirmasens sagte. «So wie es im Moment aussieht, sind die Schulen aber nur heute zu», sagte sie. Ob sie da ihre Rechnung mit dem Wetter gemacht hat? Für den Mittag kündigte der Deutsche Wetterdienst erneut Schneefall an.
iwi/tfa/ivb/news.de/ap/dpa