Fahrende Sofas und fliegende Farben
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Masken, Kostüme, Umzüge und Konfetti. Das ist Karneval, und das kennt jeder. Neben diesen europäisch-christlichen Traditionen gibt es auf der Welt noch andere skurrile Bräuche in der fünften Jahreszeit. News.de stellt drei davon vor.
Indien
So etwas wie Fasching gibt es in Indien nur in Goa, einer ehemals portugiesischen Kolonie. In den nördlichen Regionen des Landes wird zu Vollmond zwischen Februar und März das Fest Holi gefeiert.
Nichtsahnende Touristen werden von dem Fest anfangs weniger begeistert sein. Denn ein entscheidender Bestandteil der Feierlichkeiten sind Farben. Farben, mit denen sich die Menschen gegenseitig bewerfenZur Tradition: Die Farben wurden früher aus Heilkräutern gewonnen und sollen vor Erkältungen beim Übergang vom Winter zum Frühling schützen. . So kommt man als Reisender schon mal ziemlich beschmiert in der Pension an, wenn in der Stadt gerade Holi gefeiert wird. Böse Miene zu diesem Spiel machen nützt gar nichts. Am besten ist es, schnellstens irgendwo her Farben auftreiben, diese auf andere werfen und dabei immer laut «Holi hai!» rufen.
Neben dem Farbspektakel wird am ersten Tag des zweitägigen HolifestesIn einigen Regionen dauert Holi auch länger an. ein Feuer angezündet und darin eine Puppe aus Stroh verbrannt. Die symbolische Verbrennung geht auf eine LegendeEin Prinz namens Prahlada verehrte den großen Gott Vishnu, während sein Vater einen Dämonenglauben praktizierte. Mit Hilfe des Feuers wurde entschieden, welche Religion die richtige ist. Prahlada musste mit einer weiblichen Dämonin namens Holika einen Scheiterhaufen besteigen. Der Gott Vishnu half dem Prinzen Prahlada und Holika verbrannte. zurück, in der es um einen Streit über die wahre Religion geht.
Türkei
In der Türkei feiert man Fasching überhaupt nicht. Dafür feiern die Türken in einem belgischen Dorf namens Faymonville. Besser gesagt geben sich die Dorfbewohner als Türken aus - und das, obwohl es sich nicht einmal um türkische Immigranten handelt.
Trotzdem ziehen sich die Menschen aus Faymonville jedes Jahr am 23. Februar türkische Kleider über und tragen stolz die türkische Nationalflagge durch die Stadt. Das Fest ist mittlerweile so bekannt, dass auch echte Türken vorbeischauen, inklusive dem türkischen Botschafter in Belgien. Übrigens hat das Dorf auch einen Fußballclub, der «Turkania» genannt wird und eine türkische Flagge auf seinem Emblem hat.
Aber warum?
Der Hintergrund des Festes geht auf Ereignisse im 16. und 17. Jahrhundert zurück. Die Dorfbewohner lehnten damals den Aufruf der Kirche ab, für den Kampf gegen die osmanische Belagerung Geld zu spenden. Sie stellten auch keine Soldaten für den Krieg gegen die Osmanen. Deshalb wurde ihnen vorgeworfen, sie unterstützten türkische Interessen. Daraufhin dauerte es nicht lang, und sie wurden selbst Türken genannt.
Finnland
In Finnland feiert man in diesen Tagen das Fest LaskiainenEs gibt verschiedene Erklärungen zur Bedeutung des Wortes. Manche sagen, es kommt von laskea (=rechnen), da man an Laskiainen damit beginnt, die Tage bis zu Ostern zu berechnen. Andere sagen, dass zum Fasten richtig aufgeladen (laskeutua) ist. Und wieder andere sagen, es bedeutet einfach Schlittenfahren (laskea). . Eine alte Tradition an Laskiainen ist es, etwas Fettes zu essen. Anschließend soll man seine Hände nicht mehr waschen, sondern fettig lassen. Dadurch soll garantiert werden, dass es das Jahr über genug zu essen gibt. Aber es gibt in Finnland kaum noch jemanden, der diese Tradition heute noch pflegt. Das einzige, was davon noch erhalten geblieben ist, ist das typische Faschingsgericht Laskiaispulla - ein süßes Gebäck mit Marzipanfüllung und Schlagsahne.
Ansonsten gibt es seit der Reformation in Finnland keine großen Faschingstraditionen mehr. Dafür werden vor allem unter Studenten ganz moderne Bräuche entwickelt. So hören die Vorlesungen am Faschingsdientag traditionell um 12 Uhr auf. In großen Städten wie Helsinki und Turku gehen die Studenten anschließend zum Schlittenfahren. Dafür hat jede Stadt einen traditionellen Berg. Es wird dabei um das innovativste Gefährt gewetteifert. Dazu werden Schlitten aus alten Sofas, Badewannen und Kühlschränken gebaut. Sehr sehenswert.
mat/iwe/news.de
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