Mo., 13.02.12

Teufelskreis Der Klimawandel ist schon außer Kontrolle

Artikel vom 28.01.2010

Der vom Menschen verursachte Klimawandel bewirkt laut einer Studie eine zusätzliche Freisetzung von Kohlendioxid. Dadurch werde die globale Erwärmung verstärkt. Eine weitere Studie warnt, der Klimawandel sei nicht mehr aufzuhalten.

Mit dem momentan vorhandenen Anteil von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre könnte sich der Klimawandel verselbstständigen und nicht mehr aufzuhalten sein. Dies berichteten die Kieler Klimaforscher. Ihr Blick in die Vergangenheit vor fünf Millionen Jahren offenbart ein düsteres Bild der Zukunft: Auch wenn dieser Winter bitterkalt und schneereich ist, der globale Klimawandel wird offenbar weit dramatischer ausfallen als bisher angenommen.

Mit der heutigen Konzentration von CO2 habe sich das Klima damals wesentlich stärker aufgeheizt, berichteten die Professoren Ralph Schneider und Birgit Schneider vom Institut für Geowissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Für die Studie im Auftrag der Fachzeitschrift Nature Geoscience hatten die Wissenschaftler ein Erdzeitalter aufgespürt, in dem die Konzentration von CO2 so hoch war wie heute: das Pliozän.

Der Anteil von Kohlendioxid in der Luft betrug damals etwa 400 ppm (parts per million), also Teilchen pro eine Million Luftteilchen. Vor der Industrialisierung pendelte der Wert beständig zwischen 180 und 280 ppm, momentan liegt er bei 386 ppm. Birgit Schneider: «Während die Kohlendioxidkonzentrationen also vergleichbar sind, lagen die globalen Temperaturen mit drei bis fünf Grad weit höher als heute.»

«Der Prozess der Erderwärmung verselbstständigt sich»

Was ließ die Temperatur im Pliozän so stark steigen? Grund für das deutlich wärmere Klima damals seien Rückkopplungen zwischen einzelnen Komponenten des Klimasystems, insbesondere dem Grönlandeis, der Vegetation in den hohen Breiten und dem Ozean, der große Mengen Kohlenstoff speichert, erklärt Birgit Schneider. «In den Klimamodellen, die dem IPCC zur Verfügung stehen, werden diese Rückkopplungsmechanismen bislang vernachlässigt.»

«Die Wechselwirkung von Ozean und Atmosphäre wird den globalen Temperaturanstieg bereits innerhalb von etwa hundert Jahren verstärken», sagt die Forscherin. Bei steigender Temperatur der Meere sinkt die Löslichkeit von Kohlenstoff im Wasser, es verbleibt mehr in der Atmosphäre und beschleunigt dort den Treibhauseffekt. Vielleicht reiche schon ein CO2-Wert von 400 bis 500 ppm, damit sich der Prozess der Erderwärmung verselbstständige, warnt Ralph Schneider.

Das Ausmaß des Klimawandels wird unterschätzt

Eine weitere Studie zum Thema beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Klimawandel. Fazit: Der vom Menschen verursachte Klimawandel bewirke eine zusätzliche Freisetzung des Treibhausgases aus der Landbiosphäre und dem Ozean, sagt Professor Jan Esper vom Geographischen Institut der Universität Mainz. «Dadurch wird die globale Erwärmung verstärkt.» Der Klimatologe hat gemeinsam mit Kollegen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft sowie der Universität Bern die Klimaschwankungen der vergangenen 1000 Jahre analysiert. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Die Wissenschaftler untersuchten Lufteinschlüsse in Eisbohrkernen aus der Antarktis und Jahresringe von Bäumen. Das Team konnte laut Esper so beispielsweise quantifizieren, wie stark der CO2-Gehalt der Luft durch Klimaschwankungen in der vorindustriellen Periode beeinflusst wurde.

Die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas verursache nicht nur den aktuellen Anstieg des Kohlendioxids (CO2) und ist damit Hauptursache der globalen Erwärmung. «Diese klimatische Veränderung stört das natürliche Gleichgewicht zwischen den riesigen Kohlenstoffvorräten in Atmosphäre, Ozean und Biosphäre», warnte der Klimatologe. Aus diesen langfristigen Speichern werde dadurch zusätzliches CO2 freigesetzt, was im Sinne einer Rückkopplung zu einer weiteren Erwärmung führt. Damit verstärke sich der Einfluss des CO2 auf die Temperaturentwicklung.

Die Wissenschaftler berechneten den Zusammenhang zwischen Temperatur und CO2 nach eigenen Angaben für mehr als 200 000 mögliche Datenkombinationen. Das Ergebnis: ein verlässlicher Mittelwert und ein dazugehöriger Genauigkeitsbereich für die Rückkopplungsstärke zwischen Temperatur und CO2. Heute sei die globale Temperatur bereits mehr als 0,3 Grad Celsius höher als in der wärmsten Periode der vergangenen 1000 Jahre.

car/news.de/dpa
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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 30.01.2010 14:50
von
Frieda

Was soll nur diese Angsmacherei mit dem CO2! In meinem Meyers- Lexikon Ausgabe 1931 wird von einem ständigen Kohlendioxidgehald der gesamten Erdatmosphäre von 0,03 bis 0,04% gesprochen und der Wert hat sich seitdem kaum verändert. Weder einer Klimakatastrophe noch einer Eiszeit sehen wir entgegen. Lesen Sie nach was unter Klimaschwindel für Gelder verbraten werden - nicht vom C0² und nicht von der Sonne! Es sind die Trittbrettfahrer, die sich weltweit der Fördertöpfe bedienen!

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