Freie Schimpansen sind hilfsbereiter
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Deutsche Forscher haben bei Schimpansen in freier Wildbahn erstmals uneigennützige Hilfsbereitschaft unter nicht verwandten Artgenossen beobachtet. Diese Fähigkeit wird bislang ausschließlich den Menschen zugeschrieben.
In Freiheit sind Schimpansen unter Artgenossen deutlich hilfsbereiter als im Zoo. Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie haben im Taï-Nationalpark in der Elfenbeinküste beobachtet, wie 18 verwaiste Schimpansen von anderen Tieren der Gruppe adoptiert wurden; die Hälfte von Männchen. Dies stehe im Widerspruch zu Beobachtungen von Zootieren, berichten die Anthropologen im Journal PLoS ONE. In Zoos sei festgestellt worden, dass die Tiere nur äußerst begrenzt kooperieren oder teilen.
Die Fähigkeit zu uneigennütziger Hilfsbereitschaft unter nicht verwandten Gruppenmitgliedern werde seit einiger Zeit ausschließlich den Menschen zugestanden, schreiben die Forscher. Die überraschenden Beobachtungen unserer nahen Verwandten aus dem Tierreich erklärt das Team mit den großen Gefahren in freier Wildbahn.
«Dass im Zoo lebende Schimpansen ihre Nahrung nicht miteinander teilen ist nicht überraschend, da alle Tiere stets wohlgenährt sind», heißt es. Unter natürlichen Bedingungen gebe es hingegen viele Situationen, in denen das Überleben eines Schimpansen von der Hilfsbereitschaft einzelner Gruppenmitglieder «begünstigt» werde.
Eine weitere Beobachtung stützt diese These: Im westafrikanischen Taï-Nationalpark wurden mehr Adoptionen beobachtet als bei Schimpansen, die in Ostafrika leben. Grund dafür ist möglicherweise, dass die Taï-Schimpansen ihren Lebensraum mit vielen Leoparden teilen. «Die ständige Bedrohung durch diese Großkatzen scheint den Zusammenhalt und die Solidarität innerhalb der Gruppe gefördert zu haben», schreiben die Leipziger Forscher.
car/news.de/dpa
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