400.000 Überlebende des Erdbebens in Haiti werden aus der zerstörten Hauptstadt in provisorische Unterkünfte außerhalb von Port-au-Prince umgesiedelt. So sollen Seuchen verhindert werden.
Die hoffnungslose Verwüstung in Port-au-Prince hat eine fast beispiellose Odyssee der Notleidenden aus der Hauptstadt in Gang gebracht. Hunderttausende Haitianer fliehen mit ihren Familien in Bussen, auf Fähren oder sogar zu Fuß aufs Land oder in weit entfernte Küstenstädte, wie Mitarbeiter von Hilfsorganisationen am Freitag mitteilten. Für 400.000 Menschen werden Notunterkünfte vor Port-au-Prince angelegt, die für einen Großteil der Menschen zur dauerhaften Endstationen werden könnten.
Der Stabschef von Präsident René Préval kündigte den Bau der Auffanglager an. Die Umsiedelung der Menschen aus den erbärmlichen Zeltlagern in der Stadt sei notwendig, um die Verbreitung von Seuchen zu stoppen, sagte Fritz Longchamp. Die ersten Obdachlosen sollten in sieben bis zehn Tagen dorthin gebracht werden. «Es ist eine erste Hilfe», sagte eine UN-Sprecherin. «Später können die Menschen entscheiden, ob sie dort bleiben wollen.»
Keine Hoffnung mehr auf Bergung Überlebender
Doch viele halten es keinen Tag länger in der Hauptstadt aus und machen sich auf den Weg zu Verwandten in nicht zerstörten Regionen, zu Bauernhöfen auf dem Land. 200.000 waren es bis zum Freitag, wie die US-Behörde für internationale Entwicklung mitteilte. Auch die Flugzeuge, die Hilfslieferungen bringen, werden von verzweifelten Haitianern belagert. Die US-Botschaft wies am Freitag 400 Menschen ab.
Die Hoffnung, noch Überlebende in den Trümmern zu finden, ist indes gegen null gesunken. Der Donnerstag war der erste Tag, an dem niemand mehr geborgen werden konnte. Die Arbeit der Helfer konzentriert sich nun fast ausschließlich darauf, die Überlebenden am Leben zu halten. Bei dem Beben am 12. Januar sind nach Schätzung der Regierung 200.000 Menschen ums Leben gekommen, seitdem ist die Region um Port-au-Prince von mindestens 50 Nachbeben erschüttert worden.
Damit Hilfe in größerem Umfang das Land erreichen kann, müsste der Hafen von Port-au-Prince wieder funktionieren. Dieser ist aber so schwer beschädigt, dass seit dem Beben erst vier Schiffe anlegen konnten. Das Löschen ihrer Ladung dauert nahezu unendlich, da immer nur ein Lastwagen auf den Pier fahren kann. Die Kräne sind weitgehend unbrauchbar. Spezialisten der US-Streitkräfte versuchen nun, den Hafen zu reparieren.
Lebensmittelpreise steigen
Die meisten Hilfsgüter kommen deshalb immer noch auf dem Luftweg nach Haiti. Die US-Streitkräfte, die den Flugverkehr abwickeln, erklärten, es gebe inzwischen eine Liste mit 1400 internationalen Flügen, die auf eine Landegenehmigung für die einzige Rollbahn in Port-au-Prince warteten.
Das Welternährungsprogramm der UN (WFP) verteilte seit dem Erdbeben nach eigenen Angaben vier Millionen Mahlzeiten an rund eine Million Menschen. In den nächsten Tagen sollen täglich mehr als eine Million Mahlzeiten ausgegeben werden. Dabei würden gezielt auch Waisen- und Krankenhäuser unterstützt, erklärte das WFP am Freitag.
Wegen des Transport-Engpasses wird befürchtet, dass die Lebensmittelpreise bald immens steigen. Der Geschäftsmann Georges Jeager erklärte, der Preis für Reis werde sich wohl im Vergleich zur Zeit vor dem Beben verdreifachen.
Habe mich um entschieden..... ich bin homosexuell.
jetzt antwortenKommentar meldenDie tun mir ja mal so richtig lei, arme Schweine.
jetzt antwortenKommentar melden