Fr., 25.05.12

Tierzucht 22.01.2010 Warum ist der Hund nicht bunt?

Bunter Hund (Foto)
Ein bunter Hund hätte in der Natur keine Freude. Bild: news.de/istockphoto (Montage)

Ob riesige Doggen oder winzige Pinscher: Der Mensch hat mit Tieren schon so ziemlich alles gemacht, was man sich vorstellen kann. Nur die Fellfarbe konnte er bisher nicht wesentlich ändern. Und das hat seinen Grund.

Die Tierzucht macht Hunde zu winzigen Pinschern oder riesigen Doggen und verwandelt Kühe in Hochleistungs-Milchproduzenten. Doch bei der Fellfarbe kommen die Züchter über Schwarz, Braun-Rot oder Weiß nicht hinaus. Viele Vögel, Fische und Reptilien leuchten dagegen in allen Regenbogenfarben. Warum sind dann die Säugetiere im Umfeld des Menschen alle so eintönig gefärbt?

«Man kann nur etwas herauszüchten, was schon irgendwie da ist», erklärt Henner Simianer von der Abteilung für Tierzucht und Haustiergenetik an der Georg-August-Universität Göttingen. «Bei Säugetieren sind bunte Farben einfach nicht angelegt». Biologisch gesehen ist der Mensch auch ein Säugetier - deshalb gibt es uns ebenfalls nicht in den Farben Grün, Knallrot oder Blau.

Die Haut- und Haarfarbe der Säugetiere wird durch den Pigmentfarbstoff Melanin bestimmt. Baupläne für andere Pigmente sind in ihrem Erbgut nicht vorhanden. Das Melanin kommt bei den Säugern in zwei Formen vor: eine schwarz-braune und eine gelb-rötliche Variante. Die gesamte Farbpalette der Haar- und Hautfarbe geht deshalb nur auf Variationen und Mischungen dieser Grundfarben zurück. «Bunte Hunde und lila Kühe können also auch noch so findige Züchter nicht hervorbringen», sagt Simianer.

Bei einer schwarzen Katze überwiegt beispielsweise das dunkle Melanin, bei einem Golden Retriever dagegen die gelbliche Variante. Auch bestimmte Hautbereiche können mehr oder weniger Farbstoff hervorbringen ­- so entstehen die Zeichnungen im Fell und auf der Haut. «Viele Wildformen unserer Säugetier-Haustiere sind schlicht graubraun», sagt Simianer. «Erst der Mensch hat durch Zuchtauswahl attraktive Fellfarben oder Zeichnungen verstärkt». Deshalb haben wir heute bei den Kühen das Fleckvieh und bei den Hunden den gepunkteten Dalmatiner.

Die gedeckten Farben dienen vielen Tieren in der Natur als Tarnung, denn weder Jäger noch Gejagter wollen gerne auffallen. Es gibt natürlich Ausnahmen: Manche Fische, Reptilien oder auch Vögel leuchten in schillernden Farben. Diese Tiere besitzen im Gegensatz zu den Säugern eine ganze Reihe an Farbstoffen, sagt Simianer. Manchmal heißt dabei die Botschaft: «Achtung, ich bin giftig!», oder aber: «Schau her, wie schön ich bin!» Vor allem die bunten Männchen zahlen allerdings einen hohen Preis, um ihre Weibchen zu beeindrucken: Sie werden häufiger gefressen.

voc/car/news.de/ddp
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige