Flaggschiff mit Hubschrauberlandeplatz
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Artikel vom 19.01.2010
Die Umweltorganisation lässt derzeit einen Nachfolger ihres legendären Segelschiffs bauen. Natürlich so öko wie möglich. Doch ganz wollen die Umweltschützer nicht auf einen Dieselantrieb verzichten.
Die Umweltorganisation Greenpeace hat einer Bremer Werft den Auftrag gegeben, einen modernen Nachfolger des mythenumrankten Segelschiffs «Rainbow Warrior» zu bauen. Komplett mit Video-Raum und Hubschrauberlandeplatz, aber ohne den Komfort einer Yacht. «Ein solides Arbeitsschiff» ist der Anspruch, der aus der Greenpeace-Zentrale an die Designer ging.
Die «Rainbow Warrior III» wird ein Alleskönner, zumindest wenn es nach dem Auftraggeber geht. Segeln unter Höchstgeschwindigkeit, Widerstandsfähigkeit bei rauher See und Raum für 30 Aktivisten, die Anforderungen an die Schiffsbauer sind enorm. Zumal das 58 Meter lange Schiff mit insgesamt 23 Millionen Euro zwar verhältnismäßig viel Geld kostet, die vielen Anforderungen häufig Kompromisse verlangen.
Marc Oele, Projektleiter beim Rotterdamer Ingenieurbüro Vuyk spricht von einem «komplexen Schiff». Er ist derzeit damit beschäftigt, die Vorgaben der Planer und Ingenieure den Schiffsbauern auf der Bremer Fassmer Werft zukommen zu lassen. «Greenpeace hat hohe Ansprüche, das Schiff soll so ökologisch wie möglich gebaut werden und das Budget ist knapp», sagt Oele zu news.de. Gefragt, ob es ein schwieriges oder ein interessantes Unterfangen ist, sagt er nach kurzem Überlegen: «Ein spannendes.»
Das Jahr 2011 hat Greenpeace als Stapellaufdatum angegeben, dann feiert die viel kritisierte Organisation ihr 40-jähriges Jubiläum. Die Rainbow Warrior III ist Nachfolgerin der Rainbow Warrior, die 1985 im neuseeländischen Auckland von Tauchern im Auftrag des französischen Geheimdienstes versenkt wurde und Teil der Greenpeace-Legende ist.
Erst vor wenigen Tagen war das Schiff «Ady Gil» der Umweltschutzorgansiation Sea Sheperd von einem Walfangschiff gerammt und versenkt worden. Der Vorfall setzte eine neue Diskussion über die teils umstrittenen Methoden der Umweltschützer in Gang.
Baubeginn an der «Rainbow Warrior III» soll laut Oele im April dieses Jahres sein. Ulrich von Eitzen von Greenpeace International beziffert die Gesamtkosten für das Projekt auf 23 Millionen Euro, das Schiff selber soll etwa 20 Millionen Euro kosten. «Es wird für viele ein Eyecatcher», ist von Eitzen zuversichlich.
Vorwürfen, das Greenpeace mit dem Projekt zeige, dass viel Geld vorhanden sei, tritt er energisch entgegen. «Reich sind wir natürlich nicht, wir sind immer noch auf die Spenden unserer Mitglieder und von Einzelpersonen angewiesen.» Der Neubau sei rein wirtschaftlich die beste Lösung gewesen. Die Anforderungen an das Schiff seien enorm und ein Umbau eines der weiteren fünf Greenpeace-Schiffe sei nicht in Frage gekommen.
Auf einen Motor konnte und wollte Greenpeace bei dem ersten hochseetauglichen Neubau nicht verzichten. «Wenn wir globale Kampagnen machen, brauchen wir gewisse Anforderungen. Und wenn wir in der Antarktis oder der Arktis präsent sein wollen, brauchen wir eben ein Schiff mit Eisklasse und einen Motor», so von Eitzen im Gespräch mit news.de. «Das Schiff zeigt aber eindeutig unsere Hauptpräferenz: Wind soll Antriebsquelle Nummer eins sein.»
iwe/news.de
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Nach einer Kollision in der Antarktis ist ein Boot von Walfang-Gegnern gesunken. Nun setzen sie die Verfolgung per Hubschrauber mehr ...
Die Nordseestaaten wollen ein gigantisches Netz errichten, das Europa mit grüner Energie mehr ...
Viele Menschen verlassen ihre Heimat wegen des Klimawandels - Asyl bekommen sie aber mehr ...
In Kopenhagen haben die Verhandlungen um das Weltklima begonnen. News.de erklärt, was dort mehr ...
Rund 50.000 Demonstranten wollen ihre Forderungen in Kopenhagen deutlich machen. Doch nicht alle verfolgen das selbe mehr ...
Greenpeace-Aktivisten haben am frühen Morgen eine Protestaktion vor dem Kernkraftwerk Unterweser begonnen. Einige mehr ...
Was soll der Kommentar zu Aktionen von "Sea Shepard" in einem Bericht über "Greenpeace"?
jetzt antwortenKommentar melden