Von Anne-Beatrice Clasman
Homosexuelle Männer leben in der arabischen Welt in ständiger Angst. Im Irak foltern schiitische Milizen Schwule zu Tode. In Saudi-Arabien riskieren Homosexuelle, ausgepeitscht zu werden. Die meisten Argumente liegen in der Religion begründet.
Zwar gibt es auch in den arabischen Ländern Politiker, Schauspieler und bildende Künstler, deren Homosexualität ein offenes Geheimnis ist. Würden sie sich «outen», müssten jedoch auch diese Prominenten mit Belästigung und Strafverfolgung rechnen.
Lesbische Frauen sind in den patriarchalischen Gesellschaften des Orients immer noch solch ein Tabu, dass über dieses Thema kaum öffentlich gesprochen wird. Der Libanon ist bislang das einzige arabische Land, in dem sich einige Schwule und Lesben öffentlich zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen. In Syrien, wo Homosexuelle wegen «schamlosen Verhaltens» zu Haftstrafen zwischen sechs und zwölf Monaten verurteilt werden können, befasst sich inzwischen zumindest eine Website mit den Belangen von Schwulen und Lesben.
Die meisten Araber nennen für ihre Ablehnung gegenüber Homosexuellen religiöse Argumente. Das gilt sowohl für die muslimische Mehrheit als auch für die Angehörigen der christlichen Minderheit.
«Das Phänomen der Homosexualität hat sich nach dem Einmarsch der amerikanischen Besatzer unter den jungen Männern in allen Regionen unseres Landes verbreitet und wir sagen zu ihnen, mit eurem Benehmen bringt ihr Schande über uns», ruft Scheich Hassan al-Asari den Gläubigen zu, die sich in der Kufa-Moschee versammelt haben. Die Moschee, die in der schiitischen Pilgerstadt Nadschaf liegt, ist an diesem Freitag voll besetzt. Tausende lauschen den Worten von Al-Asari, der als Vertrauter des radikalen Predigers Muktada al-Sadr gilt.
«Sie wollen uns ausrotten»
Wie weit dieser religiös verbrämte Hass auf Homosexuelle führen kann, hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im vergangenen August in einem Bericht mit dem Titel «Sie wollen uns ausrotten» dokumentiert. Darin berichten homosexuelle Iraker von Killerkommandos, die Schwule quälen, verstümmeln und töten.
Dass einige der maskierten Männer, die schwule Männer überfallen, ihre Opfer auch vergewaltigen, erscheint auf den ersten Blick widersinnig. Doch sind einige Männer in der Türkei und in der arabischen Welt der Auffassung, homosexuell und «verweiblicht» sei nur der Mann, der beim Sex mit einem anderen Mann «passiv» ist. Der «aktive» Mann verliere dagegen nicht seine Männlichkeit. In der Türkei sind Homosexuelle sogar vom Wehrdienst ausgeschlossen. Als «homosexuell» gilt aber nur, wer beim Sex mit einem Mann nachweislich «die passive Rolle übernommen hat».
Schwer tun sich die Orientalen auch bei der Benennung von Homosexualität. Da die gleichgeschlechtliche Liebe so stark tabuisiert ist, benutzen die meisten Araber für Schwule und Lesben entweder Schimpfwörter oder sie sprechen von «anormalem Verhalten». In den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo «anormale sexuelle Beziehungen» mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden, hatte die Polizei im vergangenen Jahr eine Kampagne gegen Homosexualität begonnen, die offiziell den Titel trug: «Lasst uns die traditionellen Werte unserer Gesellschaft schützen!» In Saudi-Arabien, dem konservativsten aller arabischen Länder, nennt man einen Mann, der sich schminkt und Frauenkleider trägt «Tochter der Scheichs».
kat/ham/news.de/dpa
Höhnische elitär denkende Heteroherrenmenschen liebt Gott ganz besonders. ;-) Anormal und böse ist in meinen Augen in erster Linie gewaltvolles und leidverursachendes Handeln ! Als Deckmantel für grausames Verhalten eine Religion vorzuschieben ist pure Sünde.
jetzt antwortenKommentar meldenÜber Dich? Keine gute! Was soll die Feststellung, dieser oder jener habe gesagt, gemeint, gefordert daß ...? Ist das Deine Meinung auch, oder nicht, oder was? Sollen wir jenen verfluchen oder loben? Tu es doch selbst!
jetzt antwortenKommentar meldenMein türkischer Mitbürger Naser Burhan meinte kürzlich, die EU sollte den § 175 wieder einführen da man sie ja auch Aids-Genossen nennt. Was ist Eure Meinung ? Gruss hochschar
jetzt antwortenKommentar meldenViele Juden sind erschrocken angesichts der Gewalt. Dennoch gehen die Rabbiner nicht gegen die gewalttätigen «Sittenwächter» vor. Oftmals genießen diese sogar deren stilles Einverständnis, wie Mitglieder der orthodoxen Gemeinde sagen. Liegt das am Klima oder will man endlich die Halacha einführen? Die Gewalt der vergangenen Monate hat die ohnehin bestehende Kluft zwischen den 600.000 strenggläubigen Juden und der laizistisch geprägten Mehrheit des Landes noch weiter vertieft. Obwohl zahlenmäßig in der Minderheit, haben die sogenannten Haredim einen relativ großen Einfluss in der Gesellschaft.
jetzt antwortenKommentar meldenLiebes Lestermaul ! Ich freue mich immer Ihre Kommentare. Zu dem Kommentar "Heilig/Scheinheilig" moechte ich etwas sagen: Nicht eine Kirche arbeitet nach dem Sinne Gottes. Die wahre Kirche soll den Namen haben: "Freund, Freude, Zufriedenheit". Darin ist alles enthalten, wie Naechstenliebe, Nachbarschaftshilfe bis zum Letzten usw. So, wie es nach der Gruendung der ersten Christengemeinschaft praktiziert wurde. Herzliche Gruesse und machen Sie so weiter! Felix Kroll, Angra dos Reis,Rio de Janeiro
jetzt antwortenKommentar meldenIst doch eine Supernachricht.Diese Maßnahmen sofort in Deutschland durchführen!!!
jetzt antwortenKommentar meldenIn der Stadt Beit Schemesch,nah bei Jerusalem,in der die Übergriffe besonders gewalttätig waren, wurden bereits mehrmals junge Frauen mit Pfefferspray oder Steinen angegriffen, weil sie in männlicher Begleitung unterwegs waren oder weil sie eine rote Bluse trugen. Rote Oberteile gelten als Tabu - die Farbe errege Aufsehen! In Beit Schemesch sind die Wände besprüht mit Aufforderungen, sich angemessen zu kleiden. Angemessen meint: Nacken bedeckt, langärmelige Blusen, lange Röcke. «Die Augen und Ohren sind überall, ganz ähnlich dem, was man aus Ländern wie dem Iran vernimmt», sagt Naomi Ragen.
jetzt antwortenKommentar meldenWesterwelle war grad dort und bekam auch keine Hand geschüttelt. Schwul ist schwul, soviel Geld kann er gar nicht hinkarren!
jetzt antwortenKommentar meldenDa muss man tolerant sein. Ist halt so in einem Halacha-Staat. Das müssen die Schwulen eben aushalten, daß hin und wieder ein paar von einem Teitel erschossen werden. Die sind doch sonst auch für MultKulti.
jetzt antwortenKommentar meldenSchickt Westetrwelle als deutschen Außenminister in diese Staaten. Da kann er was bewegen.
jetzt antwortenKommentar meldenDa muss man tolerant sein. Ist halt so im Islam. Das müssen die Schwulen eben aushalten. Die sind doch sonst auch für MultKulti.
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