Fr., 25.05.12

Erste Schneebilanz 12.01.2010 «Daisy» kostet Millionen

Weiter eisglatte Straßen (Foto)
Ein eingeschneiter Pkw wird in Berlin von seinem Besitzer gesäubert. Bild: dpa

Die Ersten rechnen die Kosten des Schneetiefs zusammen. Autofahrer und Zugreisende müssen sich weiter auf Verspätungen einstellen. Und Tauwetter ist nicht in Sicht.

Festgefrorener Schnee und Matsch haben am Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern weiter das Leben schwer gemacht. Auch Bahnreisende mussten sich auf vielen Strecken erneut in Geduld üben. Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg fuhren viele Züge mit Verspätung. Die Fahrgäste mussten sich nach Angaben der Bahn den ganzen Tag auf Störungen einstellen. Fluggäste hatten es besser: Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt meldete weder Ausfälle noch Verspätungen.

Unterdessen wurden die ersten Sorgen über die immensen Kosten laut, die Sturmtief «Daisy» angerichtet hat. «Das geht in die Millionen», sagte Klaus-Michael Glaser vom Städte- und Gemeindetag in Schwerin. Es sei aber noch zu früh für eine genaue Aufstellung der Ausgaben für die Schneeräumungen, die auf die ohnehin klammen Gemeinden und Kreise zukommen. Der Dauereinsatz von mehr als 20 Räumfahrzeugen habe allein die Stadt Fehmarn rund 250.000 Euro gekostet, sagte Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt (parteilos). In vielen Ostseebädern an der Lübecker Bucht wurden Promenaden und Seebrücken beschädigt, tausende Kubikmeter Strandsand wurden weggespült.

Tödliche Rutschbahn

Auf den Autobahnen und Bundesstraßen kamen auch am Dienstag Lastwagen und Autos öfter ins Rutschen, krachten in Leitplanken oder ineinander. Tragisch endete ein Unfall im Schwarzwald, wo eine Frau mit ihrem Kleinwagen auf einer eisglatten Brücke ins Schleudern geriet und mit einem entgegenkommenden Auto und Lastwagen zusammenstieß: Sie und zwei Insassen des anderen Wagens starben.

Wegen eines umgekippten Lastwagens wurde die Autobahn 2 bei Lehrte nahe Hannover für etwa sieben Stunden gesperrt. Dagegen war die gesperrte A 20 zwischen Gützkow und Greifswald am Morgen wieder frei. Bis zu vier Meter hohe Schneewehen hatten tagelang den Verkehr in Richtung Rostock/Lübeck blockiert. Schon am Montagabend war die A 19 zwischen Rostock und Berlin wieder geöffnet worden, nachdem sie für Stunden zwischen Kavelstorf und Laage in Richtung Berlin wegen Glätte unbefahrbar war.

Im im Nordosten Deutschlands wollte die Bahn den Verkehr auf mehreren verschneiten Strecken am Mittwoch wieder aufnehmen. Die Verbindung Stralsund- Pasewalk werde voraussichtlich zum Betriebsbeginn am Mittwoch wieder durchgängig befahrbar sein, teilte die Bahn in Berlin mit. Damit könnten die Züge der Regionalexpresslinie 3 wieder von Stralsund über Berlin nach Elsterwerda fahren. Die Intercity-Züge von Stralsund über Greifswald nach Berlin sollen vom Vormittag an wieder planmäßig verkehren.

Fußgänger und Radfahrer weichen auf Fahrbahnen aus

Am Dienstagabend sollte bereits ein Abschnitt der verschneiten Strecke zwischen Pasewalk und Züssow (Ostvorpommern) wieder befahrbar sein. Dort war bei Ducherow ein Regionalzug aus den Schneemassen befreit worden. Rund 50 Helfer des Technischen Hilfswerks hatten zudem einen Zug der Usedomer Bäderbahn bei Züssow aus dem Schnee geschaufelt. Ein weiterer Zug der Usedomer Bäderbahn saß auf dieser Strecke bei Miltzow (Nordvorpommern) noch fest.

In Großstädten wie Dresden konnte der Winterdienst anfangen, auch die Nebenstraßen zu räumen. Probleme hatten aber zum Beispiel in Mannheim Autofahrer, die noch mit Sommerreifen unterwegs waren. Fußgänger und Radfahrer kämpften sich vielerorts über vereiste Wege und Bürgersteige, manche wichen auf die gut geräumten und gestreuten Fahrbahnen der Straße aus.

Die Polizei warnt nach den heftigen Schneefällen vom Wochenende vor herabstürzendem Eis: Auf den Dächern bildeten vereiste Schneeverwehungen sowie Eiszapfen tückische Gefahrenquellen, erklärte die Polizei. Die Sonneneinstrahlung taue die Schneebretter nun an. Größere vereiste Stücke könnten in der Folge zur Dachkante rutschen und in die Tiefe fallen.

Kaum Werte über Null

Auch in den nächsten Tagen ist fast überall in Deutschland Frost angesagt. In den Nächten gibt es mancherorts erneut zweistellige Minusgrade. Dabei fällt Schnee, Schneegriesel oder auch Regen. Am Mittwoch ist es teils stark bewölkt mit örtlich etwas Schneegriesel, teils auch aufgelockert. Im Südwesten und Westen schneit es zeitweise, örtlich ist gefrierender Regen möglich. Die Höchstwerte liegen zwischen minus 6 und minus 1 Grad. Am Donnerstag ist es meist stark bewölkt, örtlich schneit es etwas. Die Höchsttemperatur erreicht minus 6 bis minus 1, im Westen und Südwesten 0 bis plus 2 Grad. Tendenziell wird es in den nächsten Tagen noch kälter.

ruk/news.de/dpa/ap
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