Es ist vorbei, und Natascha Kampusch ist erleichtert. Wolfgang Priklopil ist tot und Komplizen hatte er keine. Auch der Verdacht gegen Priklopils Freund Ernst H. hat sich nicht bestätigt. Die Akte wurde nun geschlossen.
Die «Akte Kampusch» ist geschlossen. In ihrem Abschlussbericht kamen die österreichischen Ermittler zu dem Schluss, dass der Entführer von Natascha Kampusch ein Einzeltäter war. Wolfgang Priklopil habe keine Komplizen oder Mitwisser gehabt, sagte der Leiter der Wiener Oberstaatsanwaltschaft, Werner Pleischl: «Die Mehrtätertheorie ist auszuschließen.» Auch der Verdacht gegen einen früheren Freund Priklopils, Ernst H., habe sich nicht erhärtet. Kampusch reagierte nach Angaben ihrer Berater erleichtert.
Die Staatsanwaltschaft hat seit der Wiederaufnahme der Ermittlungen im Oktober 2008 insgesamt 110 Personen befragt, 30 davon als Zeugen. Auch Kampusch und H. wurden mehrfach befragt. In Priklopils Haus im niederösterreichischen Strasshof wurden rund 25 DNA-Spuren genommen. Laut Pleischl deuteten auch diese nicht auf weitere Täter hin. In der Vergangenheit waren Spekulationen aufgekommen, wonach Priklopil Komplizen hatte. Kampusch hat stets von nur einem Täter gesprochen.
Im Hauptaugenmerk der Ermittler stand bei den neuen Untersuchungen H., der diesmal als Beschuldigter geführt wurde. Der ehemalige Freund Priklopils war unter anderem wegen ungeklärter hoher Überweisungen an den Entführer unter Verdacht geraten. Er erklärte nun, die Summe von 500.000 Schilling (heute rund 37.000 Euro) sei Schwarzgeld aus Wohnungsverkäufen gewesen, das er am Finanzamt vorbeischleusen wollte.
H. sagte nach Angaben der Ermittler ferner aus, dass Priklopil ihm kurz vor dessen Selbstmord die Tat gestanden habe. Dies erkläre das Insiderwissen von Ernst H. Diesem könnte nun eine Anklage wegen eines Finanzdeliktes drohen. Zudem steht noch der Vorwurf im Raum, dass er Priklopil in seinem Auto kurzzeitig vor der Polizei versteckt hatte, als diese bereits nach ihm suchte.
Polizei räumt erneut Ermittlungsfehler ein
Kampuschs Medienberater erklärten laut einer Meldung der österreichischen Nachrichtenagentur APA, die heute 21-Jährige wünsche sich nun, «dass diese haarsträubenden Gerüchte ein Ende finden». Sie habe sich erleichtert gezeigt, dass durch die Ermittlungen eine Reihe von Behauptungen aus der Welt geschafft werden konnten. Die Ergebnisse deckten sich mit Kampuschs Aussagen.
Die Polizei räumte erneut Ermittlungsfehler ein. «Das war damals in meinem Verantwortungsbereich», sagte Ernst Geiger, Leiter der Abteilung für Ermittlungen für Organisierte und Allgemeine Kriminalität im Bundeskriminalamt. «Dass der Hinweis auf Wolfgang Priklopil falsch bewertet wurde, ist damals in der Hektik der Ereignisse passiert. Das war ein großer Fehler.» Die Beamten waren unter anderem einem Hinweis auf Priklopil 1998 nicht nachgegangen.
Auch Kampuschs Anwälte warfen der Polizei erneut vor, unmittelbar nach der Entführung nicht genug zur Aufklärung des Falls getan zu haben. So seien unter anderem damals keine DNA-Spuren genommen und keine Suchhunde eingesetzt worden, sagte Kampuschs Anwalt Gerald Ganzger.
Kampusch war 1998 als zehnjähriges Mädchen entführt und achteinhalb Jahre lang in einem Kellerraum gefangen gehalten worden. Im August 2006 gelang ihr die Flucht vor ihrem Peiniger, der sich daraufhin umbrachte.
iwi/car/news.de/ap
Ein Desaster, alle offenen Fragen der Adamovich-Kommission vom Staatsanwalt untersucht und aufgeklärt, der Ex-Richter Adamovich wegen Verleumdung der Mutter von Frau Kampusch verurteilt, aber nicht von seiner Funktion zurückgetreten. Dieser Verfassungsrichter hat noch nie von Gewaltentrennung gehört und macht die österreichische Justiz lächerlich. Das OPFER völlig rehabilitiert, aber von seinen Spekulationen angeschmutzt für immer. Die schweren Polizeifehler, die die Adamovich-Kommission untersuchen sollte, werden von der Polizei heute zugegeben und gleichzeitig für nebensächlich erklärt.
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