Das «Paris-Hilton-Syndrom» hat zu einer Chihuahua-Schwemme in Kalifornien geführt. Diese soll jetzt per «Luftbrücke» nach New York abgebaut werden.
Nach amerikanischen Medienberichten ist der kleine Hund an der Westküste sehr gefragt, seit Millionenerbin Paris Hilton ihn als Modeaccessoire benutzt. Weil viele Züchter auf Chihuahuas umstiegen, gibt es inzwischen aber mehr Hunde als Käufer, sagte die Chefin des Veterinäramtes in Kalifornien, Rebecca Katz.
«Im ganzen Staat kommen immer mehr Chihuahuas in die Tierheime. Das hat gerade um San Francisco herum enorm zugenommen und bereitet uns große Sorgen», sagte Katz. Chihuahuas seien zwar einfach zu züchten und als «Pocket Dogs» («Taschenhunde») in rosa Handtaschen sehr beliebt. Sie seien aber gar nicht so einfach zu halten und brauchten viel Pflege. Unter Insidern werde die Chihuahua-Schwemme «Paris-Hilton-Syndrom» genannt. «Wir haben eine enorme Überbevölkerung mit Chihuahuas hier in Kalifornien», sagte Tierheimchefin Katz.
Während die meisten Tierheime in den USA über zu viele Pitbulls und große Mischlinge klagen, die schwer zu vermitteln sind, sind in dem Westküstenstaat die modischen Schoßhunde fast zur Plage geworden. Rund ein Drittel aller Tierheimhunde in Kalifornien sind Chihuahua-Mischlinge. Tierschützer geben Hollywood einen Teil der Schuld. Promis wie Paris Hilton, Britney Spears, Hillary Duff und Mickey Rourke treten häufig mit ihren Vierbeinern ins Rampenlicht. Filme wie «Natürlich Blond» und «Beverly Hills Chihuahua» machten die Rasse als modisches Accessoire populär.
Weil es gleichzeitig an der amerikanischen Ostküste Wartelisten für Chihuahuas gibt, mobilisierten Katz und ihre Kollegen die Öffentlichkeit. «Nach einer Pressekonferenz im Dezember haben wir aus dem ganzen Land Anrufe bekommen.» So konnte 15 Chihuahuas ein neues Zuhause vermittelt werden. Die fast 5000 Kilometer von San Francisco nach New York legte die Meute mit den spitzen Ohren und übergroßen Augen am Mittwoch im Flugzeug zurück - nicht im Frachtraum, sondern zwischen den Passagieren.
Die Tierschützer planen weitere Chihuahua-«Luftbrücken», um die Schoßhunde in andere Staaten zu bringen, wo noch Bedarf herrscht. Die Fluggesellschaft nutzte die Gelegenheit zur Eigenwerbung und behandelte die Tiere besonders zuvorkommend: Für die 15 kläffenden Passagiere wurde extra ein roter Teppich ausgerollt.
mat/twa/news.de/dpa