Nasenfahrrad für den Durchblick
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Manch dummen Spruch muss sich ein Brillenträger in seinem Leben anhören. Dabei sorgen die Nasenfahrräder für echten Durchblick und sehen auch noch schick aus. Einem besonderen Typberater sei Dank: den Augenoptikern.
Zwei von drei Deutschen tragen eine Brille. Der Augenoptiker ist für sie Ansprechpartner Nummer eins. «Die Zunft hat Zukunft», sagt Georg Pawlowski, Vize-Geschäftsführer des Zentralverbandes der Augenoptiker (ZVA).
Augenoptiker sind mehr als Brillenverkäufer. Sie sind Techniker und Handwerker, aber auch Psychologen, Designer, Mode- und Typberater sowie Kaufleute. «Wer den Beruf mit Herzblut ausübt, betreut seinen Klienten rundum», sagt Horst Dauter, Geschäftsführer im Bundesverband Deutscher Augenoptiker. Bei allem haben sich Augenoptiker als Dienstleister zu verstehen. «Kein Mensch geht freiwillig zum Optiker», sagt Dauter. Die Kunden wollen Lösungen für ihre Schwierigkeiten beim Sehen.
Fragen nach der Befindlichkeit, nach Sehstörungen, Kopfschmerzen oder Lichtempfindlichkeit eröffnen das Kundengespräch. Stimmt etwas nicht, vermisst der Fachmann die Augen. «Das hat der Optiker gelernt», sagt Dauter. Bei 70 Prozent der verordneten Brillen bestimmt er die Parameter der Gläser. Nach Arbeitsschritten wie Zentrieren, Schleifen oder Entspiegeln der Gläser fügen Optiker diese in die Fassung.
Handwerksgeschick allein macht noch keinen guten Augenoptiker. Sie sollten Menschenkenner sein und keine Probleme mit Körperkontakt haben, rät Dauter. Nah kommen sich Optiker und Kunde beispielsweise beim Vorklappen der Ohrmuscheln, wenn geprüft wird, ob das Gestell sitzt.
Die Perspektiven der Branche gelten als gut, auch wenn die gesetzlichen Krankenkassen so gut wie keine Brillen mehr bezahlen. «Immer mehr Menschen gehen wegen einer neuen Brille nicht zum Augenarzt, sondern zum Optiker», sagt Georg Pawlowski. Zunehmend leisten sie Aufgaben, des Fachmediziners, darunter auch das Messen des Augeninnendrucks. Doch dass den Augenärzten deshalb Patienten abwandern, glaubt Pawlowski nicht: «Viele Augenkrankheiten schmerzen anfangs nicht, doch der Optiker kann sie erkennen», sagt er.
Der Einstieg in den Beruf gelingt am besten über ein Praktikum. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) empfiehlt sich schon mit Blick auf die kommende Ausbildungsordnung die Mittlere Reife oder das Abitur. Die Branche könnte laut ZVA rund 20 Prozent mehr Lehrlinge gebrauchen. Während der dreijährigen Ausbildung lernen die Azubis abwechselnd in Werkstätten, Ladenbetrieben und der Berufsschule. Nach der Gesellenprüfung stehen ihnen viele Wege offen. Drei von vier Gesellen bilden sich weiter.
Im Jahr 2008 erlernten insgesamt 6092 Azubis diesen Beruf, darunter 4641 Frauen. Rund 55 Prozent besitzen die Mittlere Reife, 40 Prozent das Abitur und 5 Prozent den Hauptschulabschluss. Laut BIBB verdienen Azubis in Westdeutschland im ersten Ausbildungsjahr zwischen 256 Euro und 447 Euro und im dritten Lehrjahr 409 Euro bis 575 Euro. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 2100 Euro.
ham/che/news.de/dpa
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