Attacken, Angst und Amok
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Ein Mönch an der Waffe, ein Messer im Gerichtssaal und der Streit verfeindeter Banden - das sind die spektakulärsten Kriminal- und Unglücksfälle sowie die wichtigsten Gerichtsprozesse des Jahres 2009.
15. Januar: Die Polizei findet am Möhnsee in Nordrhein-Westfalen die Leiche der seit dem 13. Januar vermissten achtjährige Kardelen. Das Mädchen wurde erstickt und sexuell missbraucht.
22. Januar: In Wuppertal wird eine Frau wegen Tötung ihrer fünfjährigen Pflegetochter zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hatte das Mädchen im März 2008 in eine mit kaltem Wasser gefüllte Badewanne gesetzt, weil es sich eingenässt hatte. Es starb an Unterkühlung.
22. Januar: Wegen «Diebstahls mit Waffen» in einem Würzburger Sexshop wird ein 51 Jahre alter Mönch aus Rheinland-Pfalz zu sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Benediktinerpater hatte gestanden, Schwulen-Sexfilme auf DVD gestohlen zu haben.
23. Januar: Der Polizei gelingt der bundesweit bislang größte Schlag gegen Pädophile, die Kinderpornos per Handy getauscht haben. Bei der groß angelegten «Operation Susi» werden die Wohnungen von 465 Verdächtigen in allen Bundesländern durchsucht.
24./25. Januar: Unbekannte Täter brechen ins Berliner Nobelkaufhaus KaDeWe ein und entwenden Schmuck und Uhren im Wert von mehreren Millionen Euro. Der Raub gilt als einer der spektakulärsten der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Februar
11. Februar: Rund einen Monat nach dem Mord an der achtjährigen Kardelen aus Paderborn fasst die Polizei im ägäischen Ort Didim in der Westtürkei den mutmaßlichen Täter. Es handelt sich um den 29 Jahre alten Ali K., einen Nachbarn von Kardelens Familie.
11. Februar: Die Polizei nimmt im niedersächsischen Rotenburg (Wümme) zwei Männer fest, die verdächtigt werden, den KaDeWe-Raub im Januar verübt zu haben. Es handelt sich um 27 Jahre alte Zwillinge.
13. Februar: Im «Ehrenmord»-Prozess wird der Bruder des Opfers vom Hamburger Landgericht wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Ahmad-Sobair O. hatte gestanden, seine 16-jährige Schwester Morsal O. im Mai 2008 mit 23 Messerstichen getötet zu haben.
24. Februar: Das Berliner Landesarbeitsgericht stellt fest, dass die fristlose Entlassung der als Emmely bekannt gewordenen Berliner Supermarkt-Kassiererin rechtens ist. Die 50-Jährige soll Pfandbons im Wert von 1,30 Euro unterschlagen haben. Sie bestreitet das. Eine Revision bleibt ihr zunächst verwehrt - später wird sie doch zugelassen.
25. Februar: Beim Absturz eines türkischen Passagierflugzeugs auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol werden neun Menschen getötet. Etwa 80 Passagiere werden verletzt, ein Teil von ihnen schwer. An Bord waren 127 Passagiere und sieben Crewmitglieder.
27. Februar: Das Landgericht Heilbronn verurteilt einen Erpresser des Lebensmitteldiscounters Lidl zu dreieinhalb Jahren Gefängnis. Der 68 Jahre alte Rentner hatte versucht, von dem Konzern 200.000 Euro zu erpressen. Andernfalls werde er Lebensmittel in mehreren Lidl-Filialen vergiften, hatte er gedroht.
März
3. März: In Köln stürzen das Gebäude des Historischen Stadtarchivs sowie zwei benachbarte Wohnhäuser ein. Dabei kommen zwei Menschen ums Leben - zahlreiche historische Dokumente werden beschädigt. Ein Wassereinbruch in die U-Bahnbaustelle am Stadtarchiv gilt als wahrscheinlichste Unglücksursache.
8. März: Ein dreiviertel Jahr nach dem Mord an der achtjährigen Michelle in Leipzig stellt sich der 18-Jährige Täter der Leipziger Polizei. Michelle war am 18. August 2008 nicht von den Ferienspielen im Schulhort nach Hause gekommen. Ihre Leiche wurde drei Tage später in einem Teich entdeckt.
9. März: Im Prozess um die Erpressung der Milliardärin Susanne Klatten wird der Angeklagte vor dem Münchner Landgericht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Dem 44 Jahre alten Schweizer Helg S. wird gewerbsmäßiger Betrug und versuchte gewerbsmäßige Erpressung vorgeworfen.
11. März: Bei einem Amoklauf in einer Realschule im baden-württembergischen Winnenden kommen 16 Menschen ums Leben. Der 17-jährige Tim K. tötete mehrere Schüler, Lehrer und Passanten und anschließend sich selbst. Die Tatwaffe, eine Pistole, stammt aus der Waffensammlung seines Vaters. Er soll die Waffen unsachgemäß aufbewahrt haben.
21. März: Im baden-württembergischen Mössingen wird nach dem Fund von zwei Kinderleichen Haftbefehl gegen die 37-jährige Mutter der 7 Jahre und 14 Monate alten Mädchen erlassen. Sie hatte in apathischem Zustand eine Nachbarin aufgesucht und die Polizei rufen lassen. Gegenüber den Beamten gab sie zu, ihre Kinder getötet zu haben.
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