Fr., 25.05.12

Urteil in der Türkei 24.12.2009 Lebenslang für Kardelens Mörder

Der Angeklagte Ali Kur wird von einem Polizisten zum Gerichtsgebäude gebracht. (Foto)
Der Angeklagte Ali Kur wird von einem Polizisten zum Gerichtsgebäude gebracht. (Archivbild) Bild: dpa

Er hatte das achtjährige Mädchen erst missbraucht und dann erstickt: Dafür ist Ali Kur nun verurteilt worden. Die Eltern des Kindes zeigten sich erleichtert über das Urteil.

Der Mörder der achtjährigen Kardelen aus Paderborn ist von einem Gericht im westtürkischen Söke zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Außerdem verhängte das Gericht gegen den 30-jährigen Ali Kur zwölf Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs und sechs Jahre Haft wegen Freiheitsberaubung.

Die Richter waren überzeugt, dass Kur die kleine Kardelen im Januar dieses Jahres in seiner Paderborner Wohnung missbraucht und erstickt hat. Ihre Leiche wurde einige Tage später im Möhnesee im Sauerland entdeckt. Kur flüchtete in die Türkei und wurde dort Wochen später von seinem Schwiegervater aufgespürt. Anschließend stellte er sich der Polizei.

Der Vater der kleinen Kardelen zeigte sich nach dem Urteil gegen den Mörder seines Kindes erleichtert und dankbar: «Wir glauben, das Gericht hat die schärfste mögliche Strafe verhängt», sagte Yasin Kirac türkischen Medienberichten zufolge.

Die Visitenkarte eines türkischen Juweliers am Fundort der Leiche hatte der Polizei erste Hinweise gegeben. Da der Mann Verwandte in Paderborn hat, führte die Karte die Ermittler auf die Spur von Kur, in dessen Wohnung auch DNA-Spuren gesichert wurden. Er selbst hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon mit seiner Frau Zehra in die Türkei abgesetzt.

Seine Frau sagte später aus, sie habe ihren Mann in der gemeinsamen Wohnung mit der Leiche des Mädchens angetroffen. Kur habe erklärt, er habe «auf den Teufel gehört». Dann hätten sie die Leiche der türkischstämmigen Kardelen gewaschen und weggebracht.

Schwiegervater ermittelte

Es war schließlich der in Deutschland lebende Schwiegervater, Kadir Ayaz, der Ali Kur nach einer zähen Suche in der Türkei aufspürte. Er zwang Kur, sich der Polizei zu stellen. «Ich habe ihn nie als Schwiegersohn anerkannt», sagte Ayaz später. Im Prozess wurde Kur dann sexueller Missbrauch und Mord zur Vertuschung einer Straftat vorgeworfen. Er leugnete die Tat aber und legte sie dem Schwiegervater zur Last.

Als die Tat verübt wurde, wohnte Kur erst seit etwa einem halben Jahr in der Nachbarschaft von Kardelen. Geboren wurde er in Tavsanli in der westtürkischen Provinz Kütahya. Im Jahr 2001 kam er nach Deutschland, wo er zunächst in Herne lebte. Nach sechs Jahren zog er 2007 nach Paderborn.

seh/news.de/dpa
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige