Die Eltern des geständigen Vierfachmörders Frederick B. haben vor Gericht ausgesagt. Für sie war ihr Sohn ein ängstliches Kind, das erst durch die Freundschaft des Mittäters Andreas H. zu den Morden fähig wurde.
«Er war immer ein ängstliches Kind», sagte Frederiks Vater heute vor dem Landgericht in Ulm. Von der verhängnisvollen Freundschaft zu Andreas H. habe Frederik (19) aus Sicht seiner Eltern zunächst profitiert.
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten vor, die Eltern und beiden Schwestern von Andreas H. in der Nacht auf Karfreitag aus Habgier ermordet zu haben. Frederik B. hatte vor einigen Wochen gestanden, die 30 Schüsse auf Bitten von Andreas H. allein auf dessen Familie abgefeuert zu haben.
Frederiks Vater sagte nun, seine Frau und er hätten die Freundschaft der beiden jungen Männer positiv gesehen. Zugleich beschrieb der 52-Jährige die Beziehung aber auch als einseitig. Meist habe Andreas H. angerufen und sein Sohn sei dann sofort zu ihm gefahren. Vor dieser Freundschaft habe sein Sohn viel Zeit zu Hause verbracht. «Frederik hat wenig unternommen mit anderen», gab sein Vater zu Protokoll. Frederik B. habe oft mit seinem jüngeren Bruder gespielt und viel gelesen. Eine Freundin habe sein Sohn nie gehabt.
«Er hat aber absolut keinen unglücklichen Eindruck gemacht», betonte der 52-Jährige. Nun mache sich sein Sohn Vorwürfe. «Er schämt sich wahnsinnig.» Sein Sohn habe ihm einmal gesagt, er verstehe nicht, wie er ihn noch lieben könne.
Andreas H. habe sich in seiner Familie nicht wohl gefühlt und schon 2008 solche Tötungsabsichten entwickelt, hatte Frederik zuvor erklärt. Auch Andreas H. führte nach Angaben seines Anwalts die familiäre Situation als Grund für den Vierfachmord an. Der 19-Jährige habe sich irgendwann vor der Frage gesehen: entweder die oder ich.
sis/iwi/reu/news.de/dpa