Ein Händchen fürs Soziale
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Längst hat sich die Bevölkerungspyramide umgekehrt: Es gibt weniger junge Menschen. Dafür aber mehr Ältere. Und die sind oft hilfsbedürftig. Gesundheits- und Krankenpfleger sind ihre Stütze.
Angesichts der wachsenden Zahl pflegebedürftiger Menschen werden immer mehr Fachkräfte benötig. Vor allem, weil das steigende Alter nicht ohne Krankheiten bleibt. Gesundheits- und Krankenpfleger haben deshalb gute Chancen auf einen Arbeitsplatz.
Gesine Hilse leitet am Klinikum der Universität Würzburg die Staatliche Berufsfachschule für Krankenpflege. Nach ihren Worten erkennt die Gesellschaft die Arbeit von Gesundheits- und Krankenpflegerinnen - in dem Beruf arbeiten überwiegend Frauen - mittlerweile an. «Immer mehr Menschen leben in Singlehaushalten», sagt Hilse. Wer dann plötzlich hilfsbedürftig ist und die Familie nicht am Ort hat, braucht Betreuung. «Der Beruf wird immer mehr geachtet, weil man sieht, was Pflege wirklich bedeutet.»
Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger an staatlichen, privaten oder gemeinnützigen Schulen dauert drei Jahre. «Als Pflegefachkraft übernehme ich zunächst grundpflegerische Aufgaben», erklärt Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe. Dazu gehören An- und Auskleiden, Bewegung, Essen und Trinken, aber auch das Waschen. Hinzukommt das Verabreichen von Medikamenten, die Wundversorgung oder das Überwachen von Blutdruck und Temperatur.
«Kranke und Pflegebedürftige befinden sich in Ausnahmesituationen und sind deshalb sensibel und verletzlich. Sie zu betreuen, bedeutet große Verantwortung», sagt Knüppel. «Man ist derjenige, der die ganzen Emotionen der Patienten erlebt», ergänzt Gesine Hilse. Pflege bedeute Rundumbetreuung, zu der auch Gespräche gehörten, auch wenn dafür immer weniger Zeit bleibt. «Der Zeitdruck ist sehr groß», sagt die Schulleiterin. Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiten in der Regel im Team. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es bundesweit etwa 527.000 Vollzeitbeschäftigte in diesem Job, die meisten im Krankenhaus. Hinzukommen gut 263.000 Teilzeit- oder geringfügig Beschäftigte.
Knochenjob mit Aufstiegschancen
Nach Hilses Einschätzung braucht es vor allem soziale Kompetenzen, um als Pflegekraft zu bestehen: «Man muss sensibel bleiben, sich aber auch abgrenzen.» Während der Ausbildung haben die Azubis deshalb Psychologieunterricht. Aber auch medizinische Kenntnisse sind wichtig, um Patienten nach einer Krebserkrankung oder einem Herzinfarkt zu betreuen. «Sie müssen wissen, wie ist der Körper aufgebaut, wie funktioniert er, welche Krankheiten haben welche Auswirkungen», erklärt Hilse.
«Traditionell werden die Auszubildenden in den Pflegeberufen recht gut bezahlt», sagt Knüppel. «Zu den Grundgehältern kommen je nach Einsatzort Zulagen dazu, für Nachtarbeit, Schichtdienste, Einsatz in Infektionsbereichen und auf Intensivstationen.» Hilse zufolge verdienen Azubis im dritten Ausbildungsjahr etwa 970 Euro brutto im Monat, nach fünf Jahren Berufserfahrung kommen Pfleger auf 1460 Euro netto monatlich. Eine Stationsleiterin verdiene rund 1700 Euro netto.
Fort- und Weiterbildungen für Gesundheits- und Krankenpfleger gibt es viele. «Immer wichtiger werden Fernstudiengänge, die man mit wenigen Präsenztagen von zu Hause aus machen kann, gerade wenn man Familie hat», sagt Johanna Knüppel. Möglich sind Spezialisierungen in Bereichen wie Intensivstation, Endoskopie, Notaufnahme, Psychiatrie oder Ambulanz. Auch gibt es Aufbauqualifikationen, um später als Führungskraft eine Station zu leiten.
ham/kat/news.de/dpa
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