Fr., 25.05.12

Feuerwehrmann 20.12.2009 Retter in der Not

Feuerwehrleute sind Retter in der Not (Foto)
Millionen Deutsche sind freiwillig Feuerwehrleute. Mancher macht diese Engagement aber auch zum Beruf. Bild: dpa

Fast jedes Dorf hat eine Feuerwehr. Mancher macht aus dem Ehrenamt aber auch einen Beruf. Doch ein Großteil der Arbeit hat nichts mit brandheißen Einsätzen zu tun, sondern eher damit, Keller leer zu pumpen.

Feuerwehrleute genießen das höchste berufliche Ansehen. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes ergeben. Der Job ist aber kein Kinderspiel, denn beim Einsatz geht es oft um Leben und Tod. «Feuerwehrleute müssen Allrounder sein», sagt Ludwig Geiger, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. Für Heldentum haben die meisten Feuerwehrleute wenig übrig: Sie sehen sich eher als Helfer und Dienstleister.

Auf die Leiter krabbeln und «Wasser marsch» rufen - so einfach sind viele Einsätze leider nicht. «Wir werden mit Leid, Tod und Elend konfrontiert», gibt Ausbilder Peter Sommer von der Berliner Feuerwehr zu bedenken. Die meisten Einsätze seien Rettungsdienste. Deutlich seltener geht es darum, Brände zu löschen, Wasser aus Kellern zu pumpen oder sich um Unfälle zu kümmern.

Arbeit gibt es bei Berufs- und Werkfeuerwehren. Aber auch Aufsichtsbehörden und Feuerwehrschulen beschäftigen hauptamtlich Feuerwehrleute. Die meisten arbeiten etwa als Truppmann oder Sachbearbeiter im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst, also als Chefs kleinerer Dienststellen und Einsatzleiter im gehobenen Dienst. Im höheren Dienst sind etwa Amts- und Referatsleiter tätig.

Beim Sporttest fliegen viele raus

Der Beruf ist eine Männerdomäne. Frauen müssen bei den anstrengenden Einsätzen mithalten können. «Ich sollte genauso fit sein wie die Kollegen», sagt Susanne Klatt, Vorsitzende des Netzwerkes Feuerwehrfrauen.

Der Vorsatz «Ich will Feuerwehrmann werden!», wie man ihn vom kleinen Drache Grisu aus dem Trickfilm kennt, geht nicht immer in Erfüllung. Der obligatorische Sporttest beendet das Rennen für viele Kandidaten. Bewerber müssen bei den Aufnahmeprüfungen Autoreifen wechseln, auf 30 Meter hohe Drehleitern klettern oder eine schwere Übungspuppe per Krankentrage transportieren. Für höhere Laufbahnen können Vorträge gefordert sein oder Assessment-Center eingesetzt werden. Außerdem müssen Bewerber zur amtsärztlichen Untersuchung. Gute Blutwerte sind dabei ebenso wichtig wie das Belastungselektrokardiogramm.

Die formalen Voraussetzungen sind je nach Bundesland unterschiedlich. Ein Abschluss als Rettungssanitäter oder im Handwerk ist für den mittleren Dienst gern gesehen. Ein Studium in einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung braucht es für den gehobenen und höheren Dienst. Die Ausbildung dauert 18 bis 24 Monate. Zu Beginn erhalten angehende Feuerwehrleute zwischen 820 Euro und 1100 Euro. Danach ist die Anstellung nicht sicher, denn die Berufsfeuerwehren bilden zunehmend nach Bedarf aus, erläutert Ludwig Geiger. Einheitlich geregelt ist das Gehalt der Feuerwehrbeamten: Es gelten die jeweiligen Tarifverträge.

Die meisten Feuerwehrleute sind Ehrenamtler

Trotz 24-Stunden-Schichten und einer 48-Stundenwoche inklusive Bereitschaftszeiten schätzt Susanne Klatt den Beruf als familienfreundlich ein. «Nach einer Schicht sind meist zwei Tage frei.» Auch Teilzeitarbeit ist möglich. Sie würde den Beruf wieder wählen. Ein Grund dafür sei, dass die Arbeit immer abwechslungsreich bleibt: «Kein Einsatz ist wie der andere.»

Bei der Feuerwehr gibt es bislang nur wenige Frauen: Ihr Anteil bei der Berufsfeuerwehr beträgt 1,28 Prozent, wie das Netzwerk Feuerwehrfrauen errechnet hat. 550 Frauen arbeiten hauptamtlich in dem Beruf. Bundesweit haben die Feuerwehren in Deutschland mehr als 1,3 Millionen Mitglieder. Rund 100 Städte haben laut dem Deutschen Feuerwehrverband in Berlin eine Berufsfeuerwehr mit insgesamt 27.600 Kräften. Dazu kommen rund 30.000 Mitarbeiter privater Feuerwehren und mehr als eine Million freiwillige Feuerwehrleute.

ham/kat/news.de/dpa
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