Fr., 25.05.12

Bologna-Reform 09.12.2009 Veränderung mit Grenzen

Studenten im Bologna-Streik (Foto)
Die Kultusminister wollen die Bologna-Reform auflockern. Doch die Vorhaben sind nicht konsequent. Bild: ddp

Die Kultusminister wollen etwas an der Bologna-Reform ändern. Dafür sollen die Studienzeiten aufgelockert werden, nicht aber die Regelstudienzeit. Zulassungshürden zum Master sollen allerdings unangetastet bleiben.

Die Kultusminister der Länder fordern von den Hochschulen eine Reform der umstrittenen Bachelorstudiengänge. Diese müssten studierbarer werden. Stofffülle und Prüfungszahl sollten begrenzt, die Studienzeiten flexibler gestaltet werden. Dies sieht das neue bundesweite Konzept für die Bachelor- und Masterstudiengänge vor, das die Kultusminister am Donnerstag in Bonn beschließen wollen.

Für Donnerstag haben die seit Wochen protestierenden Studenten erneut eine bundesweite Demonstration in Bonn angekündigt. Die Studenten wollen die Kultusminister wegen der zahlreichen Probleme an den Universitäten zum «Nachsitzen» zwingen. Streit mit der Polizei gibt es noch wegen des Ortes der Abschlusskundgebung. Zur gleichen Zeit tagt in Bonn die Europäische Volkspartei (EVP) mit mehreren EU-Staats- und Regierungschefs.

Nach den Vorstellungen der Kultusminister soll das Bachelor- Studium von den Hochschulen nicht einheitlich auf sechs Semester begrenzt werden. Je nach Fach könne es auch sieben oder acht Semester dauern. Die Regelstudienzeit einschließlich des Masterabschlusses soll allerdings weiter fünf Jahre betragen.

Die Hochschulen sollten das Studium so organisieren, dass ein Student nicht länger als 32 bis 39 Stunden pro Woche mit Vorlesungen, Seminaren, Übungen, Praktika und Selbststudium beschäftigt ist, heißt es in dem Papier weiter. «Die Hochschulen haben die Studierbarkeit des Studiums innerhalb dieses Rahmens unter Berücksichtigung der Arbeitsbelastung der Studierenden im Akkreditierungsverfahren darzulegen und regelmäßig in ihrer Angemessenheit zu überprüfen.» Die Akkreditierung eines Studienganges durch eine unabhängige Institution soll der Qualitätskontrolle dienen.

Umstritten ist hingegen noch, ob die Hochschulen nach dem Bachelorabschluss für die Fortsetzung der Ausbildung in einem Masterstudiengang «weitere Zugangsvoraussetzungen bestimmen» können. Die Abschaffung dieser zusätzlichen Zugangshürden zum Master ist eine Kernforderung des studentischen Protestes. Viele Studenten befürchten, dass sie allein mit dem Bachelorabschluss schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und auch andere Kultusminister haben sich für einen freien Zugang zum Masterstudium ausgesprochen. Vor allem die Universitäten wollen hingegen an den Zulassungsbeschränkungen zum Master festhalten.

ham/news.de/dpa
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