Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach
Bei Michael Borchert steht Harmonie an erster Stelle. Der Leipziger Feng Shui-Berater ist der Mann für den richtigen Chi-Fluss und weiß, wie man Himmel, Erde und Mensch zusammenbringt.
Bei seiner Arbeit hat der Leipziger stets einen Kompass, einen Fotoapparat und seinen Chinesischen Mondkalender dabei. Mit dem Fotoapparat knipst er Räume, Gebäude, Straßen bevor es sie gemäß Feng Shui analysiert. «So sehe ich am besten wo Störquellen liegen», sagt der Experte.
Michael Borchert ist seit drei Jahren Feng-Shui-BeraterIn China gehört Feng Shui heute noch zum Alltagsleben. Kein Haus und kein Büro werden eingerichtet ohne vorher einen Feng-Shui-Meister befragt zu haben. . Zu seinen Kunden zählen Bauherren, Gastronomen, Einzelhändler, Immobilienmakler und Privatpersonen. Für sie plant er Häuser und Wohnungen komplett, vom Grundriss bis zur Dekoration.
Während viele Architekten nur auf die funktionale Gestaltung wert legen, versucht ein Feng Shui Berater einen Schritt weiter zu gehen: «Feng Shui beschreibt das Zusammenspiel zwischen Mensch und Raum. Es legt dabei nicht nur Wert auf funktionale Kriterien, sondern bezieht die emotionalen Bedürfnisse des Menschen mit ein», erklärt Borchert.
Seine Arbeit könne man auch mit der chinesischen Akupunktur vergleichen. «Das Einstechen der Nadeln beeinflusst den Fluss des ChiIn der chinesischen Medizin meist als Lebensenergie verwendet. und harmonisiert ein Ungleichgewicht im menschlichen Körper. Feng Shui setzt sich das Ziel, den Chi-Strom im Raum in ein Gleichgewicht zu bringen.»
Wie man ein Feng Shui-Experte wird
Der gelernte Kaufmann und Hochbaumeister ist unter anderem durch den Kampfsport auf Feng Shui gekommen. Bei der Gestaltung seines Karate-Trainingsraums ist er beim durchstöbern von alten Büchern auf die Jahrhunderte alte Lehre gestoßen.
Sein Fachwissenüber hat er sich daraufin größtenteils in einer einjährigen Ausbildung im Feng-Shui-Center Berlin angeeignet. Dort lernte er, nach welchen Richtungen man ein Haus ausrichten muss, wie der Grundriss sein sollte und welche Farben für den jeweiligen Bewohner geeignet sind.
Was ein Feng Shui-Experte auch weiß: An welchen Orten es sich lohnt, ein Geschäft zu eröffnen. Denn warum Menschen an einer Straße schnell oder langsam gehen, wie viele überhaupt an einem Geschäft vorbeikommen, das alles geschehe nach einem Muster, erklärt Borchert. «Die Betrachtung des Chi-Flusses erfolgt zunächst aus globaler Sicht. Dabei spielt eine Rolle, in welchem Stadtteil das Büro liegt, in welcher Straße, in welchem Gebäude.»
Erst wenn er das große Ganze, das Globale betrachtet wurde, macht sich der Leipziger an die Gestaltung der Innenräume. Viele Störquellen fallen ihm sofort auf, Erfahrung lehrt eben. «Irgendwie ist dieses auch eine Berufung», sagt er. Wenn beim Eintritt in ein Gebäude eine freie Galerie zum Vorschein kommt, der Blick schweifen kann, fühle er sich wohl. Enge unstrukturierte, voll gepackte Räume hingegen würden stören.
Borchert schätzt, dass das Interesse an Feng Shui in den alten Bundesländern und in Berlin verbreiteter ist als im Osten. «Im Streben nach Gleichgewicht und Harmonie ist Feng Shui aber im Kommen und wie das entspannte Wellnesswochenende nicht mehr wegzudenken», sagt er.
Kritiker, die Feng Shui als esoterischen Hokuspokus abtun, versucht Borchert nicht zu überzeugen. «Zu mir kommen nur Leute, die sich wirklich dafür interessieren und dadurch die Grundvoraussetzung mitbringen, nämlich den Mut, neue Wege zu gehen».
mat/news.de