Verzichten oder das Kind zerreißen
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Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier
Artikel vom 03.12.2009
Der Mann ist immer das Monster. Er hat sie geschwängert, verlassen. Er war gemein und gewalttätig. Jetzt hat er auch kein Recht, seine Kinder zu sehen - ein Schluss, den viele Mütter nach der Trennung ziehen. Um ihre Kinder zu schonen, können Väter am Ende nur verzichten.
Manchmal sieht es aus, als sei der größte Fehler der Väter, dass sie keine Mütter sind. Zum Beispiel, wenn man die Rechtslage in Deutschland anschaut. Welcher Kindergarten ihr Kind prägen soll, ob Regel-, Waldorf- oder Kreativschule, Homöopathie oder Mandeln raus – dabei haben Väter nur dann mitzureden, wenn die Mutter es billigt: Wenn sie den Vater entweder geheiratet hat oder mit ihm gemeinsam auf dem Amt das Sorgerecht einträgt.
«Sonst wird der Vater auf reines Alimente zahlen reduziert. Das ist am Ende der Sieg der Mütter», sagt Andreas (Name von der Redaktion geändert). Aus seinem Mund klingt der Satz nicht wie ein Machospruch. Andreas ist 40, hat zwei Kinder und versucht seit zwei Jahren, ihr Vater zu sein. Viele Worte sind geflossen, mit der Anwältin, mit Beratungsstellen, mit dem Jugendamt. Die große Tochter hat er seit Monaten nicht gesprochen, den Kleinen sporadisch - wenn und wie die Mutter es zulässt.
Dabei ist er mit der Mutter sogar verheiratet, sie teilen rein rechtlich das Sorgerecht. «Das größere Problem ist nicht das Sorge-, sondern das Umgangsrecht», ist Andreas' Erfahrung. Denn dass er formell über sein Kind mitbestimmen darf, sei zwar eine gute Sache - «aber es ist nur die Theorie».
Umgang, das sagt das Wort, setzt Bereitschaft zur Zusammenarbeit voraus. Doch wenn Menschen sich trennen, wenn sie sich angeschrieen haben, dem einen vielleicht die Hand ausgerutscht ist, wenn das Innerste nach außen und das Äußerste nach innen gekehrt wurde, dann fehlt der Wille. Rache braucht Macht, und ein Machthebel sind die Kinder. «Die Aggressionen der Frauen sind schwerer nachweisbar als die der Männer. Subtiler», sagt Andreas.
Normalerweise sähe er seine Kinder 14-täglich am Wochenende und einmal in der Woche, die Ferienzeit würde geteilt und regelmäßig Telefonkontakt gehalten. «Das ist die optimale Lösung, denn für das Kind ist ja weiterhin eine stabile Beziehung zum Vater wichtig. Doch das wird in Streitfällen von der Mutter übersehen», beschreibt Andreas nüchtern seine Situation. Er hat längst begriffen, dass er sich nur schwächer macht, wenn er ausrastet, dass er damit nur täte, was die Mutter letztlich von ihm erwartet. «Um zu zeigen, der kann das Kind nicht betreuen. Aber das blicken viele Männer nicht.» Deshalb ist er analytisch und geht Schritt für Schritt vor. Es brodelt nur innerlich.
Weil sein kleiner Sohn, den er eigentlich am Wochenende sieht, ständig spontan «krank» wird. Termine verlegt werden, er Auflagen zu erfüllen hat, was mit dem Kleinen unternommen werden soll. Kino statt zusammen spielen, möglichst wenig Persönliches. «Es werden Regeln definiert, die für den Mann demütigend sind – zum Teil auch schwer verletztend.» Wenn ihm untersagt wird, seinen Kindern die neue Partnerin vorzustellen, er ihnen seine neue Wohnung nicht zeigen darf – das Druckmittel Totalentzug steht immer im Raum. «Ich habe keine Handhabe. Die Beweislage ist schwierig.»
Schritt eins ist zwei Jahre her. Das Gespräch mit der Mutter gesucht, im Guten. Auch Schritt zwei verlief im Sande: Freunde der Mutter sollten als Mittler wirken. Der dritte Schritt führte Andreas zum Jugendamt. Das möchte sich am liebsten raushalten, denn den Umgang müssen die Eltern selbst gestalten. Wenn es doch zu einem Gespräch komme, stehe dann eben Aussage gegen Aussage, erzählt Andreas. «Als Vater bist du immer in der Beweispflicht, es ist immer ‹die arme Mutter›».
Das Jugendamt verweist dann auf eine Beratungsstelle, und die Zeit verrinnt. Zeit, in der Andreas seine Kinder fehlen. Noch immer wird darauf gesetzt, dass auch die Mutter zu einer Einigung bereit ist. «Sie sagt nicht, sie wolle nicht. Sondern verzögert und verschleiert.»
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Wie wahr ist der Bericht. Trotz Mediationsvertrag beim Notar, trotz Vorsprache beim Jugendamt, ev. Beratungsstelle, Heilpädagogische Beratung etc. jetzt ein Verfahrenspfleger. Keiner trifft Entscheidungen und alle schieben hin und her und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist es wieder keiner gewesen. Kämpfen bis zur Phychatrie oder sein Kind aufgeben? Grundrechte hat hier nur die Ex-Frau. Danke Deutschland ...welch ein Armutszeugnis
jetzt antwortenKommentar meldenWas soll denn dieser Kommentar? Hier geht es um "Vater sein" und nicht um "Erzeuger"! "Vater sein" ist eine Rolle, die man annehmen muss und somit hat mann dann auch Probleme damit, wenn sie einem entrissen wird. Wirkliche Väter kennen wohl den Unterschied und genau auf selbige zielte der Artikel ab. Es ist schon ein armes Deutschland in dem GLEICHBERECHTIGUNG nicht wirklich praktiziert wird. Väter sollten endlich mal ernst genommen werden! Was bringen einem Gesetze und Urteile, wenn sich Menschen nicht dran halten und dem Vater sie nichts nützen, weil er sie nicht durchsetzen kann!
jetzt antwortenKommentar meldenBesser erst mal auf Nummer sich gehen. ;) http://www.kuckuckskinder.org/
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