Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
In wenigen Wochen ist Weihnachten. Festivitäten im Büro haben deshalb Hochkonjunktur. Doch die vermeintliche entspannte Begegnung mit den Kollegen und dem Chef hat ihre Tücken. News.de verrät, worauf Sie achten müssen.
Man arbeitet täglich miteinander und weiß manchmal doch so wenig über den Kollegen am Nachbarschreibtisch. Weihnachtsfeiern sind deshalb die beste Gelegenheit, mal persönlicher zu werden. Doch mag der Rahmen auch noch so locker sein: Auf der Weihnachtsfeier stehen Mitarbeiter wie Chefs unter Dauerbeobachtung. Solche Feste sind ein Test dafür, ob Sie mit ihren Kollegen können oder auf Menschen zugehen, die sie überhaupt nicht kennen. Doch es gibt noch mehr Fettnäpfchen.
Hingehen oder nicht: In der hektischen Weihnachtszeit, in der Geschenke gekauft, das Weihnachtsmenü geplant und der Streit mit der Familie ausgefochten werden muss, sind Weihnachtsfeiern für die meisten lästig. Auch wenn niemand zur Teilnahme gezwungen werden kann: Sie sollten dabei sein. Allein schon um ihr Interesse am Unternehmen und den Kollegen zu demonstrieren. Haben Sie einen guten Grund, nicht dabei sein zu können, etwa weil Sie keinen Babysitter finden oder eine nicht verschiebbare Familienfeier ansteht, bedanken Sie sich höflich für die Einladung und sagen im gleichen Atemzug ihre Teilnahme ab.
Aufgetakelt oder leger: Die Kleidung ist immer ein Stressfaktor. Enthält die Einladung zur Feier eine Kleiderregelung, sollten Sie sich danach richten. Ansonsten ist ein legeres Outfit erlaubt. Am besten orientieren Sie sich an der im Unternehmen typischen Tageskleidung. Diese sollte sauber und ordentlich sein. Grundsätzlich gilt: lieber etwas konservativer.
Konversation: Gespräche bleiben bei einer Weihnachtsfeier nicht aus. Respekt ist dabei oberstes Gebot. Sprechen Sie mit ihren Kollegen, gehen Sie aber auch auf neue Mitarbeiter zu. Kritik am Unternehmen, den Kollegen oder dem Chef sind ebenso tabu wie mit dem Chef über Gehaltserhöhungen oder Beförderungen sprechen zu wollen. Allzu Privates hat bei einer Firmenveranstaltung ebenso wenig zu suchen. Langweilt Sie ein Thema, können Sie dezent neue Gesprächspunkte verknüpfen, aber ohne den Gesprächspartner dabei ins Wort zu fallen. Gelingt der Themenwechsel nicht, wahren Sie trotzdem das Lächeln.
Das Du-Problem: In der lockeren Stimmung rutscht manchem das «Du» einfach heraus. Wer glaubt, dass das für alle Zeiten Bestand hat, kann gehörig auf die Nase fallen. Warten Sie die Zeit nach der Weihnachtsfeier ab, bevor Sie zurückduzen. Im Umgang mit der betreffenden Person merken Sie schnell, ob die persönliche Anrede tatsächlich ernst gemeint war.
Geschenke: Manche Unternehmen spendieren ihren Mitarbeitern eine kleine Aufmerksamkeit. Andere losen aus, welche Mitarbeiter welchen Kollegen beschenkt. In der nächsten Firma ist Schrottwichteln angesagt. Doch egal was Sie letzten Endes mit nach Hause nehmen sollen: Gefällt es ihnen nicht, lassen Sie sich das nicht anmerken. Bedanken Sie sich höflich und versuchen Sie nicht, mit Kollegen Tauschaktionen zu starten. Das fällt immer unangenehm auf.
Futtern oder hungern: Auch wenn das Buffett noch so viele Leckerein bereit hält, es ist ein denkbar schlechtes Signal, sich Essensberge auf den Teller zu schaufeln. Nehmen Sie nur in Maßen vom Angebot, lassen Sie genug Platz, sodass der Teller als solcher noch zu erkennen ist. Sonst wirken Sie gierig. Doch auch wenn der Magen noch so knurrt: Herunterschlingen ist nicht angesagt. Essen Sie langsam, mischen Sie sich beim zweiten Weg ans Buffett unter weitere Kollegen. So können Sie unangehme Bemerkungen am Arbeitsplatz vermeiden.
Alkoholsünden: Ein Gläschen in Ehren, kann niemand verwehren. Auch nicht auf einer Weihnachtsfeier. Mehr sollte es aber nicht sein. Vor allem, wenn Sie am nächsten Tag pünktlich zur Arbeit erscheinen müssen oder sich als Fahrer einer Fahrgemeinschaft angeboten haben. Werden keine alkoholischen Getränke angeboten, sollten Sie auch keine bestellen.
Heiße Flirts: Bisweilen war der Blick ins Glas doch zu tief, die Stimmung zu gelöst. Schnell brennt die Luft, wenn man seinem Kollegen zu tief in die Augen geschaut hat. Doch Flirts sind ein absolutes Tabu, wenn Sie sich den Ärger ersparen wollen, in den nächsten Wochen liebstes Klatschthema der Kollegen zu sein.
Unfallrisiko: Schütten Sie jemandem versehentlich ein Glas Wein über, sollten Sie sich dafür direkt entschuldigen und das Malheur möglichst dezent beseitigen oder anbieten, die Reinigungskosten zu übernehmen. Bei größeren Schäden haftet die Unfallversicherung, vorausgesetzt die Feier wurde von der Firmenleitung genehmigt und es ist auch ein Arbeitgebervertreter anwesend. Abgesichert sind Sie bis zum Ende der Feier und auf dem direkten Heimweg. Haben Sie Alkohol getrunken, müssen Sie selbst für Schäden gerade stehen.
Der Morgen danach: Auch wenn es noch so schwer fällt: Seien Sie pünktlich am Arbeitsplatz, verbergen Sie den Kater. Beteiligen Sie sich am Tratsch der Kollegen, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn auch ihre Verfehlungen von der Weihnachtsfeier breitgetreten werden. Haben Sie am Vorabend jemanden beleidigt oder belästigt, sollten Sie sich dafür entschuldigen - und zwar persönlich. Nur so können Sie ihr Image noch retten.
kat/news.de
Da geht oft die Post ab und am anderen Tag das Böse Erwachen .
jetzt antwortenKommentar melden