Mutmaßlicher Kinderschänder festgenommen: Nachdem er in Ansbach ein 12-jähriges Mädchen vergewaltigt hat, sitzt ein 25-Jähriger nun in Haft. Er hatte die Schülerin auf dem Heimweg vom Musikunterrricht verschleppt und missbraucht.
Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung erlassen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die 12-Jährige befand sich rund zwei Stunden lang in der Gewalt des Täters, bevor dieser sie schwer verletzt freiließ.
Das Kind wurde in einer Fußgänger-Bahnunterführung bei einem Bach überfallen und auf ein nicht genutztes Grundstück entführt. In einem Gartenhaus, das der Täter aufgebrochen hatte, verging er sich an dem Mädchen. Danach kehrte der Mann mit der Schülerin wieder zu der Stelle zurück, an der er sie verschleppt hatte, und ließ sie gehen. Anschließend flüchtete er.
Das Mädchen lief nach Hause und berichtete seiner Familie von dem Verbrechen. Auch durch Hinweise aus der Bevölkerung konnte die Polizei mit einer detaillierten Personenbeschreibung nach dem Vergewaltiger fahnden. Er hatte demnach nicht nur einen blonden und teils rosa gefärbten Irokesenhaarschnitt, sondern trug auch eine auffällige weiße Kapuzenjacke mit Pfeil-Muster, eine Brille und soll von kräftiger Statur gewesen sein.
Am Samstagnachmittag wurde der Tatverdächtige in einer Ansbacher Wohnung festgenommen. Bei seiner Vernehmung durch die Kriminalpolizei habe er «Angaben zum Tatvorwurf» gemacht. Ob der 25-Jährige das Verbrechen dabei gestanden hat, wollte ein Polizeisprecher nicht sagen. Auch ob der Mann vorbestraft ist, wurde zunächst nicht mitgeteilt.
Der mutmaßliche Täter wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Ansbach vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl. Nähere Einzelheiten wollten Polizei und Staatsanwaltschaft in der kommenden Woche bekanntgeben.
Die Zwölfjährige ist in der Obhut ihrer Familie und musste weiter ärztlich und psychologisch betreut werden. Der Tatverdächtige sitzt in einer nordbayerischen Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.
Einen Bericht des Internetportals der Bild, wonach der Täter womöglich für weitere Sexualdelikte in Bayern und Hessen verantwortlich sein könnte, wollte der Polizeisprecher nicht kommentieren. Einen solchen Zusammenhang zum jetzigen Zeitpunkt herzustellen, nannte er völlig verfrüht. Routinemäßig würden in einem solchen Fall immer alle ähnlichen Delikte überprüft.
san/news.de/ddp