Mo., 13.02.12

Deutschtürken Wie integriert sind sie wirklich?

Artikel vom 20.11.2009

Türken integrieren sich nicht, ihre Kinder hängen in der Schule hinterher - in der Debatte um Integration fallen immer dieselben Sätze. Um die Diskussion zu versachlichen, beobachtet das Zentrum für Türkeistudien die Gesellschaft - seit zehn Jahren.

Im Schnitt leben sie seit 25 Jahren in Deutschland. Türkischstämmige Migranten sind im Schnitt jünger als die deutsche Mehrheitsbevölkerung und sie haben mehr Kinder. Ein Viertel der Erwachsenen ist in Deutschland geboren, ein weiteres Viertel hier aufgewachsen. Ein Fünftel ist der ersten Generation der Gastarbeiter zuzurechnen. Etwa drei Viertel der Türken bezeichnen sich als religiös.

Knapp die Hälfte der Erwachsenen hat die Schule in Deutschland beendet, das Bildungsniveau ist jedoch insgesamt recht niedrig: Ein Viertel hat keinen qualifizierten Schulabschluss. Das Niveau nimmt allerdings langsam zu: In der ersten Generation haben zwei Drittel keinen Abschluss, bei den Unter-30-Jährigen sind das nur noch sechs Prozent. Von ihnen haben 17 Prozent das deutsche Abitur. Mehr als die Hälfte der Migranten hat keine Berufsausbildung absolviert.

Knapp die Hälfte der Deutschtürken geht einer Erwerbsarbeit nach, allerdings nur ein Drittel der Frauen. Die Hälfte der arbeitenden Migranten sind an- oder ungelernte Arbeiter, nur ein Fünftel hat eine Tätigkeit als Angestellter.

Das Haushaltseinkommen beträgt im Schnitt rund 2000 Euro und ist damit deutlich geringer als in deutschen Haushalten - und das bei der doppelten Anzahl von Personen. Es steigt jedoch langsam an. 34 Prozent der türkischen Haushalte sind in Deutschland von Armut bedroht. Nur jeder Zehnte sieht die allgemeine und jeder Fünfte die persönliche Lage positiv.

Die Hälfte der türkischen Migranten empfindet Deutschland als Heimat

«60 Prozent der türkischstämmigen Migranten in Deutschland lassen in der Kombination von Rückkehrabsicht, Heimatverbundenheit, Staatsbürgerschaft und Einbürgerungsabsicht eine Mischidentität erkennen», stellt die Studie fest. Allerdings seien dabei nur 17 Prozent eindeutig an der Türkei orientiert, rund ein Viertel hingegen klar auf Deutschland hin ausgerichtet. 61 Prozent planen explizit nicht, in die Türkei zurückzukehren, gut die Hälfte der türkischen Migranten fühlt sich Deutschland heimatlich verbunden.

Mehr als 90 Prozent der Migranten haben Kontakte zu Deutschen, knapp die Hälfte sprechen von engen freundschaftlichen Beziehungen. Freiwillig isoliert, also bewusst ohne Kontakt zu deutschen Mitmenschen, leben rund drei Prozent der Türkischstämmigen, 16 Prozent wohnen in sogenannten verdichteten Stadtteilen, wo sie weitesgehend unter sich bleiben.

Dennoch fühlen sich die meisten türkischstämmigen Menschen in Deutschland gelegentlich diskriminiert: 71 Prozent - insbesondere in der Arbeitswelt und bei der Wohnungssuche. Arbeitslosigkeit und fehlende Ausbildungsplätze sind die zentralen Probleme für die Migranten.

Das politische Interesse der Migranten gehört noch immer eher der Türkei als Deutschland. 41 Prozent würden an Landtags- oder Bundestagswahlen nicht teilnehmen oder haben keine eindeutige Parteipräferenz. Das Gefühl, im deutschen politischen System vertreten zu sein, ist sehr gering. Wenn, dann fühlt man sich am ehesten durch die Bürgermeister, Migrantenorganisationen, Gewerkschaften und Integrationsräte vertreten.

iwi/reu/news.de
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Deutschtürken: Wie integriert sind sie wirklich? » Gesellschaft » Nachrichten

URL : http://www.news.de/gesellschaft/855033398/wie-integriert-sind-sie-wirklich/1/
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Leserkommentare (3)
  • Kommentar: 3
  • 03.12.2009 10:29
von
Nachdenklich

Radikale "Inhalte" der Glaubensrichtung ISLAM sind nunmal nicht mit demokratischen Gedankengut vereinbar. Wer da etwas integrieren will, der wird feststellen, das ein "Nagel nicht in ein Dübel" gehört, spätestens dann, wenn das Bild am Boden liegt.

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  • Kommentar: 2
  • 03.12.2009 10:25
von
Nachdenklich

Würde jeder seinen Glaube "zu Hause" ausleben, würde sich sicher keiner dran stöhren. Sobald dieser Glaube aber in die Öffentlichkeit getragen wird treten massiv Probleme auf. Ich denke, das die Bevölkerung sich sehr dran stöhrt, dass die integrierten oder integrationswilligen Türken sich nicht EXPLIZIT von den radikalen und der radikalen (nicht demokratischen) Glaubensrichtung DISTANZIEREN!

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  • Kommentar: 1
  • 20.11.2009 16:31
von
Und Tschüsss

Islam kann man nicht in einen demokratischen Staat integrieren weil Islam damit unvereinbar ist. Wann kapiert ihr das endlich ?

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