Der verhüllte Reichstag
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Es war eines der größten Kunstprojekte des 20. Jahrhunderts und das Projekt, das Christo und Jeanne-Claude endgültig zu Weltruhm verhalf: der verhüllte Reichstag. Dabei dauerte es lange, bis die beiden auch nur daran denken konnten, dieses Werk anzugehen.
Nach jahrelangem Streit wurde für Christo und Jeanne-Claude am 24. Juni 1995 ein Traum wahr. Vor zehntausenden Zuschauern präsentierte das Künstlerehepaar den verhüllten Berliner Reichstag. Das mit 100.000 Quadratmetern glitzernder Folie eingepackte Gebäude lockte in den nächsten zwei Wochen rund fünf Millionen Besucher aus aller Welt auf das Gelände zwischen Spree und Brandenburger Tor an.
Die New York Times nannte die Verhüllung ein «politisches Happening» – immerhin hatte der Deutsche Bundestag lange über das Kunstwerk debattiert und sich schließlich in einer Kampfabstimmung dafür entschieden. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) weigerte sich als hartnäckiger Gegner des «eingepackten» Reichstages die Aktion auch nur aus der Nähe anzuschauen.
Mit der Verhüllung des historischen Gebäudes in die fließenden Stoffbahnen wollten Christo und Jeanne-Claude die «einzigartige Qualität des Vergänglichen» feiern. Als der Reichstag wieder enthüllt wurde, blieben vor allem die Erinnerungen: Zeichnungen, Collagen, Postkarten und Modelle, mit denen die Künstler ihr ausschließlich privatfinanziertes Projekt bezahlten.
bla/che/news.de/dpa
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Lange galt Jeanne-Claude als Anhängsel des Künstlers Christo. Doch sie war mehr als seine Muse. Nun ist die Künstlerin im mehr ...