So., 12.02.12

Schweinegrippe Die Reise des Impfstoffes

Artikel vom 22.11.2009

Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe ist deutschlandweit gefragt. Meldungen über Lieferengpässe machten die Runde. Doch wie kommt der Impfstoff eigentlich aus dem Dresdner Werk in die Arztpraxis?

Das Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) verdient mit dem Schweinegrippen-Impfstoff Pandemrix prächtig. Doch rund um die kleinen Ampullen gibt man sich äußerst schmallippig. Man solle doch auf die Website schauen, da stünde alles, heißt es aus dem Unternehmen. Wie groß so ein Transport sei? Das sei Ländersache. Der Lieferweg? Auch der sei Ländersache, man stelle nur die Pakete auf die Rampe.

Dabei ist es kein Geheimnis, dass der Impfstoff im Dresdner Serumwerk von GSK hergestellt wird. Die Logistik wird derweil von den Bundesländern organisiert. «Wir bekommen einmal pro Woche Bescheid, wie viele Dosen geliefert werden», erklärt Heinz Fracke, Abteilungsleiter im thüringischen Gesundheitsministerium. «Meist am Donnerstag wissen wir, wie groß die Lieferung der nächsten Woche sein wird und wann wir sie abholen lassen können.»

Das H1N1-Virus-Antigen und der zugehörige Wirkverstärker AS03 werden im Dresdner Werk in schuhschachtelgroße Spezialbehälter namens Multi-Dose-Vials abgepackt. Darin finden jeweils 500 Impfdosen Platz. Auf eine Europalette passen so laut Unternehmensangaben 120.000 Dosen. GSK empfiehlt zudem, die Packungen bei zwei bis acht Grad Celsius zu transportieren.

In Thüringen, das derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz der Länder innehat, wird die wöchentliche Lieferung à 40.000 Dosen per Kühltransport aus Dresden abgeholt und auf die Gesundheitsämter und zwei Pharmagroßhändler aufgeteilt. Von den Pharmagroßhändlern gehen die Ampullen an die Apotheken, die sie wiederum für die Ärzte bereitstellen. «Von der Rampe in Dresden bis in die Apotheke sollte das nicht länger als zwei Tage dauern», sagt Fracke.

Die Nachfrage ist bislang stetig. Dass Impfstoff ungenutzt herumsteht, sei seit Beginn der Belieferung noch nicht vorgekommen, betont Fracke: «Die Apotheken haben immer alles ausgeliefert.»

ruk/iwi/news.de
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