Kehrtwende jetzt
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In den deutschen Hochschulstädten herrscht gewaltige Bewegung. Studenten und Schüler gehen auf die Straße - für bessere Lernbedingungen. Die Kultusminister weisen derweil die Verantwortung von sich.
Mehrere zehntausend Studenten sind auf die Straße gegangen. Allein aus Freiburg wurden 5000 demonstrierende Schüler und Hochschüler gemeldet. Sie verleihen damit unter anderem der Forderung Nachdruck, ihre Ausbildung wieder zu entzerren.
Die Politik sei aber nicht gefordert. Meint zumindest die Kultusministerkonferenz. Die weist den Handlungsbedarf von sich. Bereits im Sommer habe man an den Stellschrauben gedreht. Etwa bei der Verlängerung der Bachelorausbildung. Henry Tesch, Vorsitzender der Kultusministerkonferenz, sieht den Zugzwang bei den Hochschulen. Dort müssten die Änderungen umgesetzt werden.
Zu den Protesten gegen Studiengebühren sagte Tesch, wo Beiträge erhoben würden, hätten die Studenten «ein Recht darauf zu sehen, dass sich auch etwas verbessert, zum Beispiel in der Lehre, und dass natürlich niemand dann aufgrund solcher Beiträge abgehängt wird, dass es Unterstützungssysteme gibt».
Rückendeckung für die Aktion bekommen die Schüler und Studenten von den Gewerkschaften. «Die Bundesrepublik braucht eine Kehrtwende in der Bildungspolitik», sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Es gelte, «Bildungsarmut zu bekämpfen, Chancengleichheit herzustellen und gute Bildung für alle Menschen zu garantieren» - gerade jetzt, da die schwarz-gelbe Koalition verstärkt auf Privatisierungen im Bildungsbereich setze.
Dagegen griff der Deutsche Philologenverband die Veranstalter an: Die Proteste gäben ein «sehr diffuses Bild» ab und würden nach wie vor «durch linksextreme und politikunfähige Organisationen entscheidend mitgestaltet», sagte DPhV-Chef Heinz-Peter Meidinger. Dies schwäche und untergrabe die Proteste.
ham/reu/news.de/ap
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