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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 17.11.2009
Mit den vergangenen Protesten ist die Misere im deutschen Bildungssystem stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Aus Sicht der Studenten gibt es aber noch viel zu wenig Wandel. Grund genug, erneut zum demonstrieren.
Erneut gehen Schüler und Studenten heute für bessere Bildung auf die Straße. Zwar habe es nach dem vergangenen Streit vor fünf Monate erste Ansätze gegeben, um eine Reform insbesondere des Studiensystems herbeizuführen. Doch zu entscheiden, dass ein Bachelorstudiengang künftig auch in sieben statt sechs Semestern erfolge könne, sei nur ein Anfang. So lange es dafür keine tragfähigen Finanzierungskonzepte gebe, seien die Pläne nicht umsetzbar, kritisierten die Organisatoren des Bildungsstreiks gegenüber news.de.
Die Studenten fordern unter anderem, wieder mehr Mitbestimmung an den Hochschulen zu ermöglichen, Studiengänge freier gestalten zu können sowie die Streichung von Studiengebühren. Darüber hinaus sollen mehr Lehrpersonal eingestellt und Zulassungsbeschränkungen aufgeweicht werden, um mehr Schulabgängern die Hochschulausbildung zu ermöglichen.
Im Bereich des Schulsystems wollen die Streikenden die Kopfnoten abgeschafft sehen. Die Bewertung des menschlichen Charakters anhand des Betragens einer Person sei unmenschlich.
Mehr als 10.000 junge Menschen werden deshalb bundesweit an Demonstrationen teilnehmen. Allein in Berlin werden am Vormittag rund 5000 Protestler zu einer Großkundgebung vor dem Roten Rathaus erwartet. Unterstützung bekommen sie von zahlreichen Verbänden sowie von Gewerkschaften. Aktionen gibt es unter anderem in Heidelberg, München, Würzburg, Potsdam, Rostock, Münster, Düsseldorf und Weimar. Bereits seit Tagen werden an vielen Hochschulen Gebäude und Vorlesungssäle besetzt gehalten.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat unterdessen ihre Länderkollegen zum Gespräch gebeten. Die Studenten hätten ein Recht zu erfahren, was unternommen werde, um die Lehre in Deutschland zu verbessern. Zudem kritisierte die Bundesministerin die Kleinstaaterei in der Bildung. «Es kann nicht sein, dass die Länder den Schutt ihrer Bildungsbaustellen bei der Bundesregierung abladen, ihr aber zugleich das Betreten ihrer Baustellen verbieten.»
Mit der heutigen Aktion sind die Proteste aber nicht beendet. Sie sollen noch bis zum 6. Dezember fortgesetzt werden.
jan/news.de/ap/ddp
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