«Inhaltsleer, banal und rückwärtsgewandt»
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Mit einer großen Demonstration in Berlin wollen Schüler und Studenten erneut für bessere Bildung kämpfen. In zahlreichen Städten wird es ähnlich aussehen. Doch Wirtschaftsexperte Thomas Straubhaar hält das für keinen guten Weg.
Der Wirtschaftsexperte Thomas Straubhaar hat die Bildungspolitik in Deutschland ebenso wie die demonstrierenden Studenten scharf kritisiert. Die Politik sei nicht vorwärts gewandt, sagte der Präsident des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts dem Handelsblatt zufolge. «Zukunftsthemen stehen generell nicht im Zentrum der Bemühungen, und die Frage des ‹wohin› wird schlicht nicht gestellt.» Die Proteste der Studenten wiederum bezeichnete er als «inhaltsleer, banal und rückwärtsgewandt».
Als Bremsschuh für eine moderne Bildungspolitik sieht Straubhaar den Föderalismus. Er sei zum Problem für das System geworden: «Grundsätzlich ist der Wettbewerb zwischen den Ländern ein kluger Gedanke, jedes Land ist im Optimalfall ein Innovationslabor mit ganz eigener Stoßrichtung. Wir sehen jedoch regelmäßig die negativen Effekte, die Bildungshoheit der Länder führt zu einer Erstarrung», sagte er. Hier müsse der Bund viel stärker aktiv werden und in Form der Rahmengesetzgebung das Zentralabitur oder andere bundesweit verbindliche Bildungsstandards vorgeben, forderte Straubhaar.
In Bezug auf die Studenten sagte er: «Ich sehe in Demonstration und Protest Grundpfeiler der demokratischen Kultur an der Uni und in der Gesellschaft. In diesem Fall werden sie aber falsch eingesetzt.» Der Protest müsse viel konstruktiver sein, betonte der Professor, dessen eigene Vorlesungen an der Universität Hamburg zuletzt Hörsaalbesetzungen zum Opfer fielen.
Auch der Ort sei falsch gewählt. Statt die Politik wachzurütteln, schürten die Protestler Konflikte mit ihren eigenen Kommilitonen und blockierten das Tagesgeschäft der Bildungseinrichtungen. «Die Demonstrationen würden wesentlich mehr bringen, wenn sie vor den zuständigen Ministerien stattfänden», sagte Straubhaar.
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