Jahresendspurt beim Sparen
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Noch knapp sieben Wochen bis zum Jahresende: Wer die Zeit bis Silvester nutzt, kann seine Steuerlast für 2009 kräftig drücken und bestenfalls viele hundert Euro sparen. News.de zeigt wie.
«Eine gute Planung zum Jahresendspurt ist bares Geld wert», sagt Udo Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Deshalb sollten Arbeiten von Handwerkern, das geplante Hörgerät oder der neue Schreibtisch lieber gezielt vorgezogen werden, statt erst 2010 in diese zu investieren. Sonst wird der Steuervorteil für dieses Jahr womöglich verschenkt.
Profitieren können Arbeitnehmer, Selbstständige wie auch Rentner. Kassenpatienten, die den jährlichen Vorsorgetermin beim Zahnarzt für 2009 noch rechtzeitig planen, sichern sich den Stempel im Bonusheft. Das bringt ihnen höhere Zuschüsse und ist damit auch bares Geld wert. Einige Spartipps bis zum Jahreswechsel:
Handwerkerbonus ausschöpfen
Bis zu 1200 Euro Steuerabzug pro Haushalt sind drin, wenn Handwerker und Haushaltshilfen beauftragt werden. Als haushaltsnahe Dienstleistung akzeptiert das Finanzamt Ausgaben bis zu 6000 Euro im Jahr. Davon 20 Prozent, also 1200 Euro, drücken direkt die Steuerschuld nach unten.
Müsste eine Familie 5400 Euro Einkommensteuer zahlen, wären es bei voll ausgeschöpftem Steuerbonus nur noch 4200 Euro. Wichtig: Rechnungen müssen vor Neujahr überwiesen sein. Absetzbar ist nur die Arbeitsleistung, nicht das Material.
Wer ohnehin vorhat, bald die Küche vom Profi modernisieren oder die Wände streichen zu lassen, sollte prüfen, ob er seine Sparchance für 2009 schon ausgeschöpft hat. Größere Aufträge lassen sich auch splitten. Das Finanzamt beteiligt sich ebenso an Dienstleistungen rund um den Haushalt wie Putzhilfe, Reparatur- und Wartungskosten von Fernseher, Waschmaschine, Geschirrspüler oder Elektro-, Heizungs-, Gas- und Wasseranlagen. Selbst Umzug, Schornsteinfeger-, Garten- oder Betreuungsarbeiten zählen.
Krankheitskosten bündeln
Richtig viel Ersparnis kann das gezielte Zusammenlegen von Gesundheitsausgaben bringen. Wer dieses Jahr schon reichlich Ausgaben für Klinikaufenthalt, Medikamente oder die Zahnspange des Kindes hatte, sollte die Anschaffung des Hörgeräts oder der neuen Brille am besten nicht aufs nächste Jahr verschieben. Das Finanzamt muss sich an solchen außergewöhnlichen Belastungen beteiligen - aber erst dann, wenn ein zumutbarer Betrag überschritten ist.
Diese Hürde orientiert sich am Jahreseinkommen (Bruttoverdienst plus Einkünfte etwa aus Vermietung oder Verpachtung minus Werbungskosten), an Familienstand und Kinderzahl. Sie liegt zwischen ein und sieben Prozent des Einkommens.
Eine Familie mit Kind und 30.000 Euro im Jahr beispielsweise muss bis zu 900 Euro selbst tragen. Was darüber anfällt, kann sie von der Steuer absetzen. Für eine Familie mit drei Kindern und 40.000 Euro liegt die Grenze bei 400 Euro, für einen Single mit vergleichbarem Einkommen bei 2400 Euro. Bei Rentnern gilt der zu versteuernde Rentenanteil minus 102 Euro pro Person als Hürde.
Möglich ist auch, eine Rechnung 2009 zu zahlen, obwohl die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist, zum Beispiel beim Zahnarzt. Steuerlich kommt es nur auf das Zahlungsdatum an.
Arbeitsmittel anschaffen
Auch Arbeitnehmer haben Möglichkeiten mit der Anschaffung von Arbeitsmitteln Steuern zu sparen zum Beispiel mit Ausgaben für Computer, Aktentasche, Bücher, neue Büromöbel. Noch dieses Jahr absetzbar wäre auch die Bezahlung des Fortbildungslehrgangs in 2010.
Die Ausgaben drücken als Werbungskosten die Steuer, ob das Arbeitszimmer zu Hause anerkannt wird oder nicht. Typische Arbeitsmittel sind zum Beispiel Computer, Schreibtisch, Bücherregal, Fachliteratur. Kostet das einzelne Teil netto nicht mehr als 410 Euro (Rechnungsbetrag höchstens 487,90 Euro), lässt sich der komplette Anschaffungspreis (inklusive Umsatzsteuer) sofort und in voller Höhe steuerlich absetzen.
Kindergeld retten
Kosten vorziehen kann sich für Eltern mit erwachsenen Kindern in Ausbildung lohnen. Verdient ein Auszubildender über 7680 Euro im Jahr, werden die Kindergeldzahlungen für das ganze Jahr 2009 gestrichen. Es sei denn, der Nachwuchs steuert mit Ausgaben dagegen, zum Beispiel für Fahrten, Computer, Fachbücher oder Studiengebühren.
mat/news.de/ap
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