Manche Düfte rufen schlagartig eine Erinnerung an ein bestimmtes Ereignis ins Gedächtnis, etwa aus der Kindheit. Diesen Mechanismus haben israelische Forscher entschlüsselt.
Demnach hinterlässt ein besonderer Geruch dann einen bleibenden Eindruck, wenn er das erste Mal bewusst wahrgenommen wird. Das Alter spielt offenbar dabei keine wichtige Rolle.
In der Studie zeigten die Forscher des Weizmann-Instituts Versuchspersonen 60 Objekte, wobei jedes davon mit einem anderen Geruch präsentiert wurde. Danach wurden die Probanden erneut mit den Objekten konfrontiert und sollten sich an den jeweiligen Geruch erinnern, wobei die Wissenschaftler ihre Hirnaktivität aufzeichneten. In einem zweiten Durchgang wurde der Versuch wiederholt, wobei diesmal andere Gerüche mit den Objekten gepaart wurden.
Eine Woche später kehrten die Teilnehmer ins Labor zurück. Sie bekamen die Objekte erneut und sollten sich wieder an die damit verbundenen Gerüche erinnern. Selbst wenn sie noch beide Duftnoten im Gedächtnis hatten, ging die Erinnerung an den zuerst wahrgenommenen Duft mit einer besonders regen Hirntätigkeit einher. Auffällig war die Aktivität des am Gedächtnis beteiligten Hippocampus sowie der Hirnregion Amygdala, in der Emotionen verarbeitet werden.
Anhand der typischen Hirnmuster konnten die Forscher schon am ersten Tag der Untersuchung vorhersagen, an welchen Geruch sich die Teilnehmer eine Woche später erinnern würden. Merkwürdigerweise funktionierte das nur mit Gerüchen, wie die Forscher im Fachblatt Current Biology schreiben. Bei einer Wiederholung des Versuchs ersetzten sie die Düfte durch Geräusche. Aber die Töne ließen keine Erinnerungen aufflackern.
kat/iwi/news.de/ap