«Die Bafög-Perspektiven sind enttäuschend»
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 12.11.2009
Bundesweit wollen Studenten erneut für Verbesserungen im Hochschulsystem protestieren. Mit Susanne Schilden von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sprach news.de über Streikerfolge, Handlungsbedarf und politische Enttäuschung.
Was hat der Bildungsstreik, der vor fünf Monaten stattfand, Ihrer Ansicht nach gebracht?
Schilden: Der Bildungsstreik hat dazu beigetragen, dass die Studienbedingungen in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerückt sind. Aktionen dieser Art bieten den Medien Bilder und Nachrichten, die einen gewissen politischen Druck erzeugen können. Es gibt Anzeichen, dass die Politik inzwischen zu echten Anstrengungen zugunsten des Bildungsbereichs entschlossen ist.
Halten Sie derartige Proteste für ein probates Mittel, um Änderungen im Bildungssystem herbeizuführen?
Schilden: Es ist wichtig, dass die Studierenden sich zu Wort melden und ihre Anliegen bezüglich Studienbedingungen und sozialer Sicherung deutlich machen. Die Hochschulrektorenkonferenz als Stimme der Hochschulen setzt sich beständig für mehr Personal, eine bessere Ausstattung und eine gute Studienfinanzierung ein. Dabei hilft es, wenn die Studierenden selbst sich hörbar artikulieren und ihre Erwartungen klar auf den Punkt bringen.
Wo besteht ihrer Ansicht zufolge dringender Handlungsbedarf im Bildungssystem?
Schilden: Bei den Hochschulen steht vor allem die Ausfinanzierung der Studienreform an. Zu den Charakteristika von Bachelor- und Masterstudienprogrammen gehört, dass der Studierende stärker in den Mittelpunkt rückt, dass intensivere Lehrformen vorherrschen – weniger Vorlesungen, mehr und kleinere Seminare und Arbeitsgruppen. Das erfordert mehr Lehrpersonal, andere Räumlichkeiten. Bislang ist das kaum zu realisieren, weil das nötige Geld fehlt. Das bringt Studierende wie Lehrende mancherorts an die Grenzen der Belastbarkeit. Auch beim Bafög und bei Stipendien bestehen Defizite, die dringend behoben werden müssen. Insgesamt muss im Bildungssystem mehr für junge Menschen aus bildungsfernen Schichten geschehen. Wir wollen, dass Begabungen sich entwickeln können. Das erfordert frühe Förderung und Ermutigung.
Welche Auswirkungen werden die schwarz-gelben Bildungspläne haben?
Schilden: Insgesamt sind die Aussagen im Koalitionsvertrag vielversprechend. Die neue Bundesregierung will offenbar ihren – seit der Föderalismusreform sehr eingeschränkten – Handlungsspielraum im Bildungsbereich offensiv nutzen. Enttäuscht sind wir, dass der Vertrag keine Perspektiven für eine Verbesserung des Bafög enthält. Die Förderung von Stipendien ist richtig, aber sie ersetzt nicht solide Bafög-Finanzierung.
Wie geht die HRK mit der Ankündigung um, dass die Mitgliederversammlung in Leipzig bestreikt werden soll?
Schilden: Die HRK hat Studierende zur Diskussion der Bolognareform in die Mitgliederversammlung eingeladen. Wir wünschen uns einen offenen Dialog. Wir sind bereit, uns mit der Kritik der Studierenden auseinanderzusetzen. Umgekehrt erwarten wir, dass die Studierenden die Diskussion sachlich führen und die Anstrengungen der Hochschulverantwortlichen für ihre Belange anerkennen.
kat/news.de
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Die Regierung lässt sich in Sachen Bildung leider von den Lobbyisten der Bertelsmannstiftung beraten. Diese Stiftung ist ein Neoliberaler think-tank, der am liebsten alles privatisieren möchte (lat. Privare: Beraubung) auch die Universitäten! Dies macht Bertelsmann unter anderem über den Umweg des CHE (Centrum für Hochschulentwicklung). Die Schäden dieses neoliberalen think-tanks werden unter anderem hier dokumentiert: www.bertelsmannkritik.de oder: www.anti-bertelsmann.de Diese sog. Stiftung sollte nicht gemeinnützig sein, denn sie ist unsere Bildung gefährlich!
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