Fr., 25.05.12

Unterkühlte Begegnung 10.11.2009 Auf der Scholle mit drei Eisbären

Eisbär (Foto)
Sieht niedlich aus, aber auf einer Eissscholle möchte man dem nicht begegnen. Bild: dpa

Eigentlich wollte der kanadische Teenager auf Eisbärjagd gehen. Das wäre fast nach hinten losgegangen: Seine Eisscholle brach ab, und er fand sich in Gesellschaft einer Eisbärenmutter und ihren zwei Jungen wieder.

Fast zwei Tage lang hat ein 17-jähriger Kanadier auf einer Eisscholle in arktischen Gewässern ausharren müssen, bevor er in einer dramatischen Rettungsaktion geborgen werden konnte. Dem Jugendlichen drohte nicht nur der Kältetod: Mit ihm auf der Scholle befanden sich eine Eisbärenmutter und ihre zwei Jungen.

Eigentlich wollte der Teenager am Samstag im Territorium Nunavut mit seinem Onkel auf Eisbärenjagd gehen. Ihr Schneemobil hatte aber rund 17 Kilometer von der kleinen Ortschaft Coral Harbour entfernt eine Panne. Die beiden machten sich zu Fuß auf den Weg, um Hilfe zu holen. Dabei brach eine Eisscholle ab, und der 67-Jährige und sein Neffe wurden getrennt.

Zwar konnte der Onkel bereits am Sonntagmorgen gerettet werden, doch von dem 17-Jährigen fehlte zunächst jede Spur. Während eine großangelegte Suchaktion anlief, spielten sich draußen auf dem Meer dramatische Szenen ab. Der Jugendliche begegnete drei Eisbären. Hätte er kein Gewehr bei sich gehabt, wäre sein Schicksal vermutlich besiegelt gewesen. Er erschoss den größeren Bären, die beiden anderen - zwei heranwachsende Jungen - ließ er am Leben. «Sie hielten sich von ihm fern, deshalb musste er nicht auf sie schießen», sagte ein Sprecher der Rettungskräfte, Ed Zebedee.

Am Sonntagnachmittag entdeckte der Pilot eines an der Suche beteiligten Kleinflugzeugs schließlich den gestrandeten Jungen. Helfer warfen ein Paket mit Schokoriegeln und anderen Süßigkeiten ab. Bei Einbruch der Dunkelheit verloren die Retter die Eisscholle mit dem Jugendlichen allerdings aus den Augen. Erst am Montagmorgen war der Kontakt wieder hergestellt. Spezialisten landeten mit Fallschirmen auf einer nahegelegenen Eisscholle und brachten den Jungen in Sicherheit. Er wurde mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus eingeliefert.

amg/iwi/news.de/ap
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