Fr., 25.05.12

Elch «Knutschi» 05.11.2009 Sein Tod bleibt ein Rätsel

Knutschi (Foto)
Woran ist der Elch Knutschi gestorben? Das bleibt wohl ein Geheimnis. Bild: dpa

Das Rätsel um den Tod des Elches «Knutschi» bleibt wohl für immer ungelöst. Auch die Untersuchungen an der Universität Gießen brachten kein eindeutiges Ergebnis. Demnach sind drei Gründe für den Tod des Tieres denkbar.

Der aus Osteuropa eingewanderte Elch hatte Ende September die Polizei in Nordhessen in Atem gehalten. An der Autobahn 7 bei Kassel wurde er schließlich betäubt und in einem Wald ausgesetzt. Wenige Tage später entdeckten Pilzsammler den Kadaver des Tiers.

Unter anderem könnte der Stress nach der Narkose zu einer Degeneration der Muskelfasern und schließlich auch zum Tod «Knutschis» geführt haben, wie Manfred Reinacher, Direktor des Instituts für Veterinärpathologie, erklärte.

Doch die Theorie wackelt. Denn: die Pathologen fanden nur wenige degenerierte Fasern, die allein den Tod des Tieres nicht verursacht haben können. Der größte Anteil der Skelettmuskelfasern konnte aufgrund der starken Verwesung des Elchbullen nicht mehr eindeutig untersucht werden.

Außerdem entdeckten die Veterinäre blutige Schwellungen am Gaumen und an den Stimmbändern, die zu einer Behinderung der Atmung und damit ebenfalls zum Tod geführt haben könnten. Eine Ursache für diese Schwellung war nicht zu entdecken.

Der dritte mögliche Grund wäre eine Virusinfektion: Bei der Obduktion wurden Entzündungen in der Mundschleimhaut festgestellt, die durch eine Virusinfektion entstanden sein könnten. Allerdings konnten keine Viren nachgewiesen werden, was möglicherweise ebenfalls mit den postmortalen Veränderungen des Tieres zusammenhängt.

Keine der drei Erklärungsmöglichkeiten lasse sich eindeutig als Todesursache benennen. Möglich wäre auch ein Zusammenwirken der drei krankhaften Veränderungen, wie Reinacher betonte. Er fügte hinzu, dass der 321 Kilogramm schwere und zwei bis drei Jahre alte Elch schon zwei Tage tot war, als er in Gießen eingeliefert wurde, so dass die fortgeschrittene Verwesung die Obduktion erschwert habe.

kat/iwe/reu/news.de/ap
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