Deutscher Flughafencamper in Psychiatrie gebracht
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Nach zwei Wochen auf einem Flughafen bei São Paulo musste der Deutsche Heinz M. seine Zelte abbrechen. Er ist in eine psychiatrische Klinik gebracht worden. Zuvor hatte er eine Unterkunft und Hilfe vom Konsulat abgelehnt.
Zwei Wochen lang lebte der Deutsche Heinz M. auf dem Airport im brasilianischen Campinas, schlief auf den Stühlen und wusch sich in den Waschräumen - Parallelen zu Spielbergs Film Terminal mit Tom Hanks sind kaum zu übersehen. Nach eigenen Angaben wurde er von einer Brasilianerin versetzt, die er im Internet kennengelernt hatte. Flughafenmitarbeitern zufolge hatte der 46-Jährige kein Geld mehr, und am Donnerstag wurde er zur psychologischen Beurteilung in eine Klinik gebracht.
Heinz M. kam am 2. Oktober in Rio de Janeiro an und reiste dann weiter nach Campinas, rund eine Autostunde von São Paulo entfernt, wie ein Sprecher der Zivilluftfahrtbehörde mitteilte. Er verbrachte zunächst einige Tage im Hotel und traf dabei nach eigenen Angaben auch Josiane, die Frau, in die er sich verliebte. Der Kontakt brach aber ab, und am 16. Oktober ging er zur Einwanderungsstelle des Flughafens Viracopos. Dort «wohnte» er seitdem im Terminal, umgeben von seinem wenigen Gepäck - einem Koffer, Plastiktüten, einem Laptop und einem Drucker. Eine Unterbringung in einem Obdachlosenheim habe er abgelehnt. Seine Internetbekanntschaft soll in der Nähe leben, und trotz der Enttäuschung wollte der Deutsche nicht mehr zurück seine Heimat.
Er wolle sich in Brasilien niederlassen, sagte der frühere Pilot am Donnerstag. Weiter wollte er sich dem Reporter gegenüber nicht äußern, nachdem der es abgelehnt hatte, ihm ein Computer-Kabel zu kaufen, das er als Gegenleistung für die Beantwortung weiterer Fragen verlangt hatte.
M. habe sich gewehrt, als er nach 13 Tagen Daueraufenthalt am Donnerstag in eine Klinik gebracht wurde, sagte ein Mitarbeiter der Zivilluftfahrtbehörde. Gewalt gegen ihn sei aber nicht angewendet worden. Nach lokalen Medienangaben ist er in die psychiatrische Universitätsklinik in Campinas gebracht worden.
«Er weiß einfach nicht, wo er hin soll»
Die Mitarbeiter des Flughafens hatten sich mittlerweile an den seltsamen Gast gewöhnt. Von einigen bekam M. während seines 13-tägigen Aufenthalts Essen zugesteckt. «Er macht keine Probleme», sagte die 22-jährige Christiane Morales, die am Informationsschalter arbeitet. «Er sitzt den ganzen Tag nur herum.» Flughafenpolizist Wilson Slauzino bedauerte den Deutschen. «Er weiß einfach nicht, wo er hin soll, deshalb bleibt er auf dem Flughafen.»
Laut Eintragung in seinem Pass kommt der 46-Jährige, der an der Parkinson-Krankheit leidet, aus München. Leuten auf dem Flughafen sagte er aber, er habe anderswo in Deutschland gelebt. Das deutsche Generalkonsulat São Paulo telefonierte Ende vergangener Woche mit ihm. Er wolle keine Hilfe, hieß es. Dies sei aber Voraussetzung, damit das Generalkonsulat außerhalb von Notfällen überhaupt tätig werden könne.
Die meisten europäischen Touristen können sich bis zu drei Monate lang in Brasilien aufhalten. M. könnte also noch bis Januar in dem Land bleiben, dann droht ihm wohl die Abschiebung.
iwi/car/news.de/ap/dpa
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