Fr., 25.05.12

Versuche mit Mäusen 27.10.2009 Nanoröhrchen dringen in die Lunge ein

Mäuse nano (Foto)
Nanostäbchen dringen in Mäuselungen ein. Bild: dpa

Nanoröhrchen sind ein vielversprechender Werkstoff in der Mikroelektronik. Doch Experimente mit Mäusern haben bewiesen, dass die Röhrchen aus Kohlenstoff das Lungengewebe durchdringen können. Damit ähneln sie den gefährlichen Asbestfasern.

Bei hohen Konzentrationen können bestimmte Nanoröhrchen das Lungengewebe von Mäusen durchdringen und sich im Lungenfell anlagern. Damit verhalten sie sich ähnlich wie gefährliche Asbestfasern.

Das berichten amerikanische Forscher im britischen Fachblatt Nature Nanotechnology. James Bonner von der North Carolina State Universität in Raleigh (USA) und seine Mitarbeiter hatten Labormäuse sechs Stunden lang Luft mit hoher oder niedriger Konzentration von sogenannten mehrlagigen Karbon-Nanoröhren ausgesetzt.

Dabei fanden sie heraus, dass die Partikel bei hoher Konzentration von speziellen weißen Blutzellen aufgenommen und zur Außenwand der Lunge transportiert wurden. Dies schädigte und vernarbte Lungenzellen. Außerdem entdeckten die Forscher, dass die Nanoröhren im Lungenfell eingelagert wurden und dort zu ersten Zeichen von Entzündungen führten. Diese Effekte zeigten sich weder bei niedrigen Konzentrationen noch bei größeren, kompakten Partikeln aus reinem Kohlenstoff.

Kohlenstoff-Nanoröhrchen bestehen aus einer oder mehreren Atomschichten reinen Kohlenstoffs. Sie gelten als vielversprechende neue Werkstoffe in der Mikroelektronik und Materialkunde. Wegen der äußeren Ähnlichkeit der nur etwa 50 Mikrometer (50 Millionstel Meter) langen Partikel mit Asbestfasern bestand die Befürchtung, dass sie auch eine ähnliche schädliche Wirkungen haben könnten. Erste Versuche mit gespritzten Nanoröhren hatten bei Mäusen den Verdacht bereits erhärtet.

Die neuen Versuche zeigen, dass die Nanopartikel auch durch die Lunge aufgenommen und nicht effektiv entsorgt werden. Dies spreche für erhöhte Vorsicht beim Aufbau neuer Technologien mit den winzigen Nanoröhrchen.

iwi/news.de/dpa
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