Von Torben Klausa
1936 war es ein lohnender Tausch für beide Seiten: Gummibärchen für die Kinder, Kastanien und Eicheln für die Tiere des Haribo-Chefs. Heute haben die meisten Kinder genug Taschengeld für Weingummi, aber die Aktion zieht trotzdem 15.000 Menschen an.
Alles beginnt im Wald: Einmal im Jahr gibt es in Deutschland die süße Verführung, Kastanien und Eicheln in Gummibärchen zu verwandeln. Was nach Zauberei klingt, ist seit 73 Jahren an zwei Herbsttagen das verlockende Tauschangebot des Süßigkeiten-Herstellers Haribo in Bonn.
1936 rief Haribo-Gründer Hans Riegel Senior zum ersten Mal die Kinder in der Nachbarschaft dazu auf, für das Wild in seinem Jagdgebiet Kastanien zu sammeln - und gab ihnen Gummibärchen dafür. Damals kamen 15 Kinder. Heute sind es ungefähr 15.000.
Für das Angebot nehmen die angereisten Familien einiges in Kauf: Seit 6 Uhr ist Michael Stirnberg an diesem Morgen mit Kind und Kegel auf den Beinen, fuhr über 100 Kilometer aus Herne nach Bonn - im Kofferraum 750 Kilogramm Waldfrüchte. Jetzt steht die Familie in der kilometerlangen Schlange vor dem Haribo-Werk, wo die Sammler für zehn Kilogramm Kastanien oder fünf Kilogramm Eicheln je ein Kilogramm Süßigkeiten bekommen.
Das mag sich nach einem Verlustgeschäft für das Unternehmen anhören, sei aber genau das Gegenteil, sagt Pressesprecher Marco Alfter: «Ein echtes Verlustgeschäft wäre es, wenn wir sagen würden: ‹Diese Aktion gibt's nicht mehr!›» Inzwischen sei das Ganze schon ein ungeschriebenes Gesetz.
1936 hätte sich Firmengründer Hans Riegel so eine Entwicklung wohl kaum träumen lassen: «Im letzten Jahr haben wir 70 Tonnen Süßigkeiten eingetauscht», sagt Alfter. Von den Kastanien und Eicheln profitieren inzwischen Wildtiere in ganz Deutschland und Österreich.
Tauschwillige kommen sogar aus dem europäischen Ausland, kampieren teilweise mit Wohnmobilen vor dem Werksgelände. Um der Massen Herr zu werden, müssen ganze Straßen gesperrt, Toiletten und Müllcontainer aufgestellt sowie Sicherheitspersonal angemietet werden. Es ist wie bei einem Festival. Außerdem bemühen sich mehrere Polizisten, einen Überblick über das Verkehrschaos zu behalten. Sieben Stunden beträgt die Wartezeit für Neuankömmlinge.
iwi/news.de/dpa
Guten Tag alle Sammler! Ja, Tatsache ist es war wie es im Beitrag beschrieben wurde. Wir persönlich reisten gestern aus Dortmund zu diesem Event an. Dieses Ausmaß war uns nicht bewusst. Hätten wir das geahnt, wären wir nicht dort hingefahren. Da wir aber ca. 2 Stunden, eingerechnet mit Parkplatz Suche, fuhren, blieben wir. Wir standen 8 Stunden-----super Idee!!! Einmal und nie wieder!!!!
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