Es gibt zwar viele Anekdoten, aber wenig verlässliche Zahlen dazu, wie viele Menschen bereits heute ihren Geist durch Medikamente gezielt optimieren. Die meisten Untersuchungen wurden bislang in den USA gemacht.
Einer aktuellen Übersicht zufolge schwanken die Angaben verschiedener Studien, wie viele US-Studenten bereits zur Verbesserung ihrer akademischen Leistungen Stimulanzien genommen haben, zwischen drei und elf Prozent.
Für Aufregung sorgte 2008 eine Umfrage des Fachblattes Nature: Jeder fünfte der befragten akademischen Leser gab an, schon Ritalin, Modafinil oder Betablocker zur bloßen Leistungssteigerung genommen zu haben.
Außerdem verwenden einer Studie zufolge 4,3 Prozent der US-Bevölkerung von 4 bis 47 Jahren Medikamente gegen das Zappelphilipp-Syndrom ADHS (Amphetamine und Methylphenidat) zu «therapeutischen Zwecken». Das unscharfe Krankheitsbild lässt allerdings vermuten, dass auch hier teilweise Nerven-Doping betrieben wird.
Vergleichbar große Studien für Deutschland oder Europa gibt es bisher nicht. In Deutschland hat die Verschreibungshäufigkeit von Methylphenidat in den vergangenen Jahren allerdings wie in den USA stark zugenommen.
Der DAK-Gesundheitsreport 2009 stand unter dem Motto «Doping am Arbeitsplatz»: In einer repräsentativen Umfrage unter 3000 Arbeitnehmern gaben fünf Prozent an, Substanzen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit oder des Wohlbefindens zu konsumieren, zwei Prozent sind laut DAK sogar regelmäßige «Doper» am Arbeitsplatz. Bei je rund einem Viertel der Versicherten, denen Methylphenidat oder Modafinil verschrieben worden war, fehlte der Nachweis einer entsprechenden Krankheitsdiagnose.
iwe/iwi/news.de/dpa
Methylphenidat -ist- Ritalin. Ritalin ist lediglich ein Handelsname der Substanz. Bitte klarer schreiben.
jetzt antwortenKommentar meldenSicher fühlt man sich mit so einem Gehirndoping für den Moment leistungsfähiger und besser.Das bestätigt jeder Strassen-Junkie.Aber was Drogen mit dem Rest des Menschen anrichten,kann kein Junkie mehr bestätigen.Er nimmt es nicht mehr wahr u.doch sieht man es ihm an.Kein geistig gesunder Mensch beneidet einen Junkie um seinen Zustand.Aber was hat ein gedopter Arbeitnehmer mit einem Strassen-Junkie zu tun?Beide ruinieren sich mit Drogen u.ihre Wahrnehmungsfähigkeit.Der einzige Unterschied: Eines bekommt man legal vom Arzt u.das andere illegal. Den Ursprung hat beides in der Pharmaindustrie.
jetzt antwortenKommentar meldenWarum werfen gesunde Menschen Pillen ein, nur damit sie soweit abstumpfen, dass sie sich scheinbar besser auf ihre Arbeit konzentrieren können? Behindern von einigen Wahrnehmungen, damit dann die Verbleibenden scheinbar klarer sind. Diese Psychodrogen machen genauso abhängig. Zurück bleibt bei intensiver Nutzung ein Wrack. Wie wäre es mal mit funktionierendem "Doping" am Arbeitsplatz? Statt eines mürrischen Hallos die Kollegen mal freundlich begrüßen. Ein nettes Wort, dem Kollegen auch wirklich zuhören. Das ist wirksames Doping! Hilft dem anderen und auch Dir.
jetzt antwortenKommentar meldenWie auch im Sport, wo es ja inzwischen verboten ist, hat Doping üble Nachwirkungen. Eine ehemalige Arbeitskollegin von mir konnte in den letzten Monaten bei unserer Firma praktisch nichts mehr produzieren.
jetzt antwortenKommentar meldenJedes "Gehirndoping" ist chemisch und birgt daher Risiken, die man schwer einschätzen kann. Ob man später Organschäden hat oder der Verstand Kapriolen dreht oder was immer, jeder ist für sich da selbst verantwortlich. Löblich wäre mehr Aufklärung von unabhängigen Organisationen, die nicht mit den Herstellern verbandelt sind. Ich persönlich würde lieber den Job wechseln statt "das Zeug in mich reinwerfen".
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