Riesiger Saturn-Ring entdeckt
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Der Saturn hat noch einen weiteren, bislang unbekannten Ring. Das Phänomen wurde erst mit Infrarot-Messungen entdeckt und klärt ein altes Rätsel um den Planeten. In riesiger Entfernung umkreisen die Partikel laut US-Astronomen den Saturn.
Der gigantische Staubring um den Saturn ist der größte in unserem Sonnensystem, wie Anne J. Verbiscer von der Universität von Virginia und ihre Kollegen im britischen Journal Nature berichten. Die Astronomen hatten den Riesenring mit dem Weltraumteleskop «Spitzer» entdeckt. Er ist mit einem Durchmesser von 26 Millionen Kilometern mehr als 20 Mal so groß wie die größten zuvor bekannten Planetenringe in unserem System, die Jupiter und Saturn gehören. Wäre er von der Erde aus zu sehen, würde er am Himmel doppelt so groß erscheinen wie der Vollmond.
Der gigantische Staubring ist etwa 27 Grad gegen die Ebene der bekannten Saturnringe geneigt, wie die US-Raumfahrtagentur NASA in Pasadena (Kalifornien) berichtete. Er beginnt rund 7 Millionen Kilometer entfernt vom Saturn und reicht bis zu einem Abstand von rund 13 Millionen Kilometern. Zum Vergleich: Das klassische Ringsystem des Saturn erstreckt sich nur bis zu einem Abstand von maximal 150.000 Kilometern. Und anders als die klassischen, nur wenige hundert Meter dicken Saturnringe ist der neu entdeckte Ring 20 Mal dicker als der gesamte Planet - rund 240.000 Kilometer.
Der übergroße Ring besteht aus einer extrem dünnen Ansammlung kleiner Eis- und Staubpartikel. «Die einzelnen Partikel sind so weit voneinander entfernt, dass man es nicht einmal bemerken würde, wenn man mitten in dem Ring stünde», erläuterte Verbiscer. Das empfindliche Infrarot-Teleskop «Spitzer» konnte jedoch die Wärmestrahlung des kühlen Staubs einfangen.
Quelle des Staubs sei wahrscheinlich der ferne Saturnmond Phoebe, der in dem Ring kreist. Damit könnte die Entdeckung ein Rätsel lösen, das Astronomen seit langem beschäftigt: Die Frage, warum der Saturnmond Iapetus auf seiner Vorderseite in Flugrichtung wesentlich dunkler ist als auf seiner Rückseite. «Astronomen haben lange vermutet, dass es eine Verbindung zwischen Saturns äußerem Mond Phoebe und dem dunklen Material auf Iapetus gibt», erläuterte Verbiscers Kollege Douglas Hamilton von der Universität von Maryland. «Dieser neue Ring liefert überzeugende Belege für diese Beziehung.»
Der Ring und der Mond Phoebe kreisen in die entgegengesetzte Richtung um den Planeten wie Iapetus, die klassischen Ringe und die meisten anderen Monde des Saturn. Wie Insekten auf einer Windschutzscheibe könnten sich im Laufe der Zeit dunkle Staubpartikel von Phoebe auf Iapetus' Vorderseite in Flugrichtung gesammelt haben. Ein Teil des dunklen Staubs sinkt demnach langsam aus dem Ring hinab in Richtung Iapetus. Das Team um Verbiscer hat berechnet, dass der neu entdeckte Ring in der Vergangenheit unseres Sonnensystems genug Material geliefert haben kann, um die Vorderseite von Iapetus mit einer meterhohen Staubschicht zu bedecken.
ruk/ham/news.de/dpa
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Astronomen hatten es zwar schon vermutet, nur der Beleg stand noch aus: Auf dem Saturnmond Enceladus soll es einen Ozean aus mehr ...
Die Oberfläche des Mondes galt bislang als knochentrocken. Dieses Bild muss offenbar revidiert werden. Denn: mehr ...
Die beiden großen Raumfahrtbehörden Nasa und Esa wollen als nächstes gemeinsam die vier größten Monde des Jupiter mehr ...
Forscher wollen ein Rätsel lösen, das Galileo Galilei 1642 mit ins Grab genommen hat: Der revolutionäre Sternengucker litt mehr ...
Mehr als 300 Planeten haben Astronomen bei anderen Sternen bislang aufgespürt. Direkte Beobachtungen ferner Welten sind bisher mehr ...
So lange wie er hat es bisher noch kein Europäer geschafft: Thomas Reiter verbrachte 350 mehr ...
In 40 Jahren Raumfahrt haben erst zwölf Menschen den Mond betreten. Doch Ingenieure und Visionäre sammeln schon mehr ...
Ein kleines Foto für die Mars-Sonde «Phoenix», ein riesiger Schritt für die Erforschung des Roten Planeten. Bisher mehr ...
Die von deutschen Forschern entwickelte Weltraumkamera an Bord der Nasa-Sonde «Dawn» hat ihre Feuertaufe bestanden. Das mehr ...
Die Marssonde Phoenix hat möglicherweise die ersten Bilder von flüssigem Wasser auf dem Mars geliefert: Bei kleinen mehr ...