Ob Katze Tina aus Kanada, Hund Buster aus den USA oder Hamster Goldie aus Deutschland: Sie alle warten im E-Mail-Postfach des österreichischen Pfarrers Franz Zeiger auf göttlichen Beistand. Der Geistliche steht dafür sogar morgens früher auf.
Der katholische Geistliche aus der Gemeinde St. Peter in Linz bietet zum heutigen Welttierschutztag, dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, virtuelle Tiersegnungen an. Über Internetforen hat sich sein spiritueller Service - den bisher nach Zeigers Angaben nur er anbietet - weltweit herumgesprochen. Seit Tagen erhält er Hunderte von Mails mit Fotos.
Seit zwei Wochen steht Zeiger jeden Tag sogar zwei Stunden früher auf, um alle Anfragen abzuarbeiten: Herrchen oder Frauchen wird geantwortet, das Bild des Tieres ausgedruckt und an eine große Pinnwand geheftet. Allein im vergangenen Jahr erhielt der Geistliche laut der österreichischen Zeitung Die Presse 550 E-Mails mit über 900 Tierbildern - unter anderem aus Afrika, Australien oder Kanada. Heute schwenkt der Geistliche dann den Weihwasserwedel darüber und segnet alle Tiere.
Dabei segnet er auch wirklich anwesende Tiere aus seinem Kirchplatz. Um manchem Frauchen oder Herrchen den Transport zu ersparen, begnügt Zeiger sich aber auch mit der Anwesenheit der Tiere per Foto. Dass Teile seiner Herde nur auf Bildern anwesend sind, ist für ihn kein Problem: «Gebet und Segen kennen keine Grenzen und umspannen die ganze Welt», zitiert ihn die Zeitung.
Tiersegnungen haben laut Zeidler eine lange kirchliche Tradition und seien früher eher auf dem Land für Kuhherden oder Schweine üblich gewesen. Mit der immer stärker werdenden Begeisterung der Menschen für Haustiere sei die Tradition wieder aufgekommen. Kritik von Kirchenseite habe es bisher nicht gegeben. Bei den Sakramenten endet die Tierliebe des Geistlichen: «Ich würde kein Tier taufen.»
tno/mik/news.de/dpa