Leben im gemachten Nest
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Wer studieren will, muss sich auch die Frage stellen: Wo wohnen? Optionen gibt es viele: eine eigene Wohnung, ein Zimmer im Studentenwohnheim, eine Wohngemeinschaft. Aber auch daheim bei Mama ist für viele denkbar.
Wohnheim, Wohngemeinschaft oder eigene Wohnung - viele Studenten schreckt die Verantwortung, die damit verbunden ist, ab. Mancher bleibt deshalb während der akademischen Ausbildung in den elterlichen vier Wänden.
Das hat durchaus Vorteile. Insbesondere, wenn die Uni praktisch um die Ecke oder doch zumindest in der gleichen Stadt angesiedelt ist. Der 21-jährige Florian Miller aus Schwerte hat lange darüber nachgedacht: Zieht er nach Dortmund oder bleibt er in der vertrauten Umgebung? «Zu Hause gibt es natürlich den großen Vorteil, dass man mehr Freizeit hat», sagt der Student. Denn Mutti wäscht, kocht und bügelt. «Wenn man viel lernen muss, kümmert sich wenigstens jemand um eine warme Mahlzeit.»
Manchem bleibt jedoch nichts Anderes übrig, als weiterhin bei den Eltern zu leben. Geld ist der ausschlaggebende Faktor. Kosten für Strom, Wasser, Telefon, Heizung und Lebensmittel sind auf Dauer leichter zu bestreiten, wenn sie nicht für zwei Haushalte anstehen.
Größter Knackpunkt sind häufig jedoch die Mieten. Da viele Hochschulen in Großstädten angesiedelt sind, sind die Kosten dafür von den Studenten selbst nur schwer aufzubringen. Vor allem dann, wenn das Studium sehr wenig Zeit für einen Nebenjob lässt. Doch ganz bleibt auch das Leben im Hotel Mama für Studenten nicht kostenneutral. Mancher muss trotzdem pendeln.
Andererseits ist der Auszug aus dem elterlichen Nest auch ein Zeichen von Persönlichkeit. Damit können sich Studenten beweisen: Ich stehe auf eigenen Füßen.
Das war auch für Florian eine Gewissensfrage: «Man erreicht halt irgendwann ein Alter, in dem man sein eigenes Ding machen will.» Das kann auch in einer Wohngemeinschaft funktionieren, in der die WG-Mitglieder sich gegenseitig unter die Arme greifen.
Diese Erfahrung hat auch Florian Miller gemacht. Trotzdem zog er nach zwei Jahren wieder zurück zu den Eltern, allerdings ohne die Selbstständigkeit vollkommen aufzugeben. Er putze, bügle, wasche und koche noch immer selbst.
ham/kat/nbr/news.de/dpa
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