100 Tote durch Tsunami auf Samoa
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Ein schweres Erdbeben hat in der Südsee einen Tsunami ausgelöst. Die Flutwelle zerstörte einige Dörfer auf Samoa. Die Behörden sprechen von mindestens 100 Todesopfern. Auch zwei Berliner wurden verletzt.
Beim Tsunami vor Samoa sind zwei Deutsche verletzt worden. Beide seien auf Samoa ärztlich versorgt worden und würden nun konsularisch betreut, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Zu näheren Umständen und der Art der Verletzungen wollte sich der Sprecher nicht äußern. Die deutschen Vertretungen in der Region bemühten sich im Kontakt mit den örtlichen Behörden um Aufklärung, ob weitere Deutsche von dem Tsunami betroffen seien.
Bei den Verletzten handelt es sich offenbar um ein Ehepaar aus Berlin. Die Frau und der Mann haben leichtere Verletzungen erlitten. Der deutsche Honorarkonsul Arne Schreiber sagte im WDR-Hörfunk, das Ehepaar sei in der Ferienanlage Coconut-Beach von der Welle erfasst worden. Der Ehemann sei am Kopf verletzt und im Krankenhaus behandelt worden.
Von insgesamt 100 Todesopfern der Tsunamiwelle sprach ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde von Samoa im neuseeländischen Rundfunk. Die ehemalige deutsche Kolonie liegt auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Hawaii. Schwer getroffen war auch die Schwester-Insel Amerikanisch-Samoa rund 80 Kilometer weiter östlich. US-Präsident Barack Obama erklärte die Insel zum Katastrophengebiet. Damit werden zusätzliche Finanzmittel für Rettungseinsätze frei. Der Tsunami wurde durch ein Erdbeben der Stärke 8,0 rund 200 Kilometer vor der Südküste der Inseln ausgelöst. Die Region wurde von mehr als einem Dutzend Nachbeben erschüttert.
Wie viele europäische Touristen auf Samoa weilten, kann Arne schreiber nicht sagen. Die Touristenquote sei allerdings noch recht gering, der Honorarkonsul spricht von etwa 30 Hütten: «Sie sind begehrt bei Individualreisenden, die quasi samoanisches Leben nachvollziehen wollen. Da sieht es wohl so aus, als wenn alles weggeschwemmt worden ist.»
Telefonisch habe er in dem abgesperrten Katastrophengebiet bislang niemanden erreichen können. «Wenn Leute draußen am Strand gewesen sind, dann wurden sie möglicherweise von der Welle mitgerissen. Die Holzhütten dürften der Kraft der Welle nicht standgehalten haben», befürchtet Schreiber. Ob die Leute in die Berge flüchten konnten, kann er nicht sagen.
Augenzeugen und Überlebende berichteten von der großen Wucht, mit der die Flutwellen an Land kamen. Auf der Hauptinsel Upolu soll das Wasser bis zu 800 Meter ins Landesinnere gereicht haben, hieß es im neuseeländischen Rundfunk. Wendy Booth betrieb die Touristen-Anlage «Sea Breeze» an der Südküste, die nach ihren Angaben völlig zerstört wurde. «Die zweite Welle traf uns durch den Fußboden. Das Wasser rauschte zur Hintertür hinaus und riss uns mit», berichtete sie dem australischen Radiosender Fairfax Radio Network. «Wir konnten uns an einem Geländer festhalten, mein Mann und ich klammerten uns aneinander. Der Sog zurück Richtung Meer nach der Welle war gigantisch. Die Kraft des Wassers riss unsere Einrichtung durch das Dach.»
Eine Australierin erlebte das Erdbeben und den Tsunami in der Hauptstadt Pago-Pago auf Amerikanisch-Samoa. Die Erde habe drei Minuten lang heftig gebebt, berichtete sie dem australischen Sender ABC. Von ihrem Balkon aus sah sie jede Menge überflutete Häuser und Geschäfte. Nach ihren Angaben war die Flutwelle vier Meter hoch. Der Strom sei ausgefallen, der Flughafen geschlossen und das örtliche Krankenhaus überflutet. Ein Bekannter sei mit einem Bus unterwegs gewesen, als der Tsunami kam. «Das Wasser drang in seinen Bus ein», berichtete Whitby. «Er blieb schließlich in einem Mangobaum hängen, aber vier seiner Passagiere wurden fortgerissen.»
Auf ersten Fotos waren überflutete Straßen zu sehen. Autos, die von den Wassermassen mitgerissen wurden, lagen in Trümmerhaufen. An einer Stelle war ein mächtiges Boot auf dem Trockenen zu sehen. Lokalsender berichteten, dass einige Dörfer völlig überschwemmt seien. «Zwei oder drei Ortschaften wurden schwer zerstört», sagte der Leiter des Gesundheitsdienstes von Amerikanisch-Samoa, Salamo Laumoli, dem US-Sender CNN.
Die Behörden lösten innerhalb von Minuten nach dem Beben Tsunami-Alarm aus, berichtete der Lokalsender Radio Polynesia. Auf den Inseln wurden regelmäßig Tsunami-Übungen durchgeführt. Viele der Einwohner der tiefliegenden Küstenregion hätten sich deshalb rechtzeitig auf höheres Terrain retten können, sagte Reporter Pipi Autagavaia in einem Gespräch mit der BBC. Auf den Inseln leben insgesamt rund 220.000 Menschen. Darunter sind nach Angaben des deutschen Honorarkonsuls Arne Schreiber 25 Deutsche. Der einzige, der in dem betroffenen Gebiet wohne, sei wohlauf, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Das Beben ereignete sich am Dienstag um 19.48 MESZ. Ortszeit war das 06.48 Uhr am Dienstagmorgen. Zunächst verhängte Tsunamiwarnungen für Südseestaaten wie Tonga, Tuvalu, Kiribati, die Salomonen-Inseln und für Neuseeland wurden um kurz vor Mitternacht europäischer Zeit wieder aufgehoben.
Am 26. Dezember 2004 hatte ein Tsunami nach einem schweren Beben vor der indonesischen Insel Sumatra 230.000 Menschenleben gefordert. Die bis zu fünf Meter hohe Flutwelle breitete sich über tausende Kilometer im Indischen Ozean aus und zerstörte Küstenregionen in Indonesien, Sri Lanka, Indien, Thailand und auf den Malediven.
car/bla/iwi/news.de/dpa
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