So unberechenbar ist die Schweinegrippe
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Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier, Erfurt
Artikel vom 24.09.2009
Tausende Erkrankte, aber bislang keine Toten: In Deutschland verläuft die Schweinegrippe noch glimpflich. Ob das so bleibt, weiß niemand, die Situation ändert sich ständig. Bei einem Kongress in Erfurt versuchen Influenza-Experten, die Krankheit besser zu verstehen.
Was habe ich eigentlich mit dieser Pandemie zu tun? Griffige Antworten auf diese Frage, die Erfurts Bürgermeisterin Tamara Thierbach im Namen ihrer Bürger stellt, bekommt sie von der Wissenschaft nicht. Die Vorträge, die beim 3. Deutschen Influenza-Kongress auf ihre Grußworte folgen, greifen nicht über auf das Kommunikationsproblem hinaus, das seit dem Beginn der Schweinegrippe zwischen Fachleuten und potenziellen Patienten besteht.
3500 Menschen sind weltweit am H1N1-Virus gestorben. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass allein in Deutschland jedes Jahr rund 10.000 Menschen der ganz normalen Grippe erliegen.
An der Schweinegrippe ist hierzulande bisher niemand gestorben. 20.000 Fälle sind inzwischen verzeichnet, eine Handvoll davon verliefen schwer. Damit hat Deutschland europaweit die meisten Krankheitsmeldungen, was jedoch nicht auf eine außergewöhnliche Verbreitung des Virus hierzulande hindeute, wie Gérard Krause betont, der am Robert-Koch-Institut die Fäden in Sachen H1N1-Erreger in der Hand hält. Er geht vielmehr davon aus, dass es seinem Institut gelungen ist, ein besonders straffes Erfassungssystem anzuschieben: «Wir haben nicht zehnmal so viele Fälle wie England oder Frankreich, sondern haben sie einfach besser erfasst.»
Doch trotz dieser akribischen Wahrnehmung zeigt der Praxisindex im Vergleich zu den Influenzafällen vergangener Jahre keine ungewöhnlich hohen Grippezahlen. Ende Juli, mit den Spanien-Rückkehrern, begann man in Deutschland von einer Schweinegrippen-«Welle» zu sprechen. Im saisonalen Vergleich aber geht dies unter.
Die Situation in Deutschland ändert sich ständig
165 neue Fälle sind von Mittwoch, 15 Uhr, bis Donnerstag, 15 Uhr, beim Robert-Koch-Institut eingelaufen. Eine neue Tendenz liest Gérard Krause ab: weit mehr als die Hälfte haben sich in Deuschland angesteckt. Bislang kamen noch immer die meisten Ansteckungen mit Reisenden nach Deutschland. Zudem werden derzeit keine Viren der herkömmlichen Grippe festgestellt, ein Zeichen dafür, dass die neuen die saisonalen Erreger offenbar verdrängen - was auch schon auf der Südhalbkugel, wo die Grippezeit ihrem Ende entgegengeht, beobachtet wurde.
Mutationen durch Zusammentreffen des neuen mit den saisonalen Grippeviren sind bislang weltweit nicht aufgetaucht. In Südafrika löste das H1N1-Virus im Juli nahtlos die bis dahin grassierende H3N2-Grippe ab. Doch wirkliche Rückschlüsse wollen die Experten aus solchen Beobachtungen nicht ziehen: «Eine Veränderung kann jederzeit passieren», mahnt Krause.
Klar ist nur: Die Situation in Deutschland ändert sich stetig. Derzeit sind die Fallzahlen wieder ein wenig zurückgegangen, und statt wie bislang junge Leute befällt das Virus nun in stärkerem Maße alte Menschen. Welche Gruppen tatsächlich als Risikogruppen einzustufen sind, wird die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut in Kürze veröffentlichen.
Beobachtet man die weltweiten Statistiken, hat sich da bislang nichts Verwunderliches herausgestellt: Bei alten Menschen verläuft die Krankheit schwerer, und Vergleichsrechnungen aus Kanada zeigen: Menschen mit Grunderkrankungen haben ein fünfmal so hohes Risiko auf einen schweren Krankheitsverlauf und sogar ein 14-mal so hohes Todesrisiko wie Gesunde. Bei Schwangeren ist das Risiko in beiden Fällen viermal so hoch.
Schwangere in Südafrika besonders gefährdet
Eine besondere Gefährdung Schwangerer hat sich in Südafrika herauskristallisiert. Wolfgang Preiser arbeitet an der medizinischen Fakultät der Universität Stellenbosch und stellt die Zahlen eines Land dar, das sich bezüglich der medizinischen Grundversorgung mit Deutschland nicht vergleichen lässt – dafür aber die Schweinegrippe für dieses Jahr weitgehend überwunden zu haben scheint. Knapp 6000 Fälle hat Südafrika bis Ende August registriert, 27 gingen tödlich aus. Darunter waren zwölf Schwangere beziehungsweise Frauen im Wochenbett.
In Deutschland befinden wir uns derzeit in der zweiten Phase der Präventionsstrategie, erklärt Gérard Krause. Zu Anfang hefteten sich die Virologen an die Spuren jedes Falls. Jeder einzelne wurde im Labor analysiert, alle Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt. Inzwischen ist man zur passiven Fallerfassung übergegangen. Und in wenigen Wochen sollen in Phase drei die Impfungen zur Verfügung stehen.
Erfurts Bürgermeisterin gibt sich Mühe, die theoretische Situation auf ihre Stadt herunterzubrechen. Tamara Thierbach spricht von Überlastung und Dienstplänen, die Leute krank machen. «Die personellen Probleme sind schon vor der Pandemie immens», sagt sie. Doch dies sind Probleme, die die Wissenschaftler, die in ihrer Stadt zu Gast sind, nicht lösen werden.
iwe/twa/news.de
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Das ist keine "Schweinegrippe-Epedemie" sondern eine "Medien-PharmaEpedemie". Selbst informieren und recherchieren ist wichtiger denn je. Ich kann nur sagen (eigene Erfahrung) sollten Schäden durch Impfungen auftreten, bekommt Ihr kein Recht. Ein "kausaler Zusammenhang" wird generell ausgeschlossen und auf den Schäden bleibt ihr sitzen. So erging es uns. Ich bereue das heute noch, mein Kind diesen Impflügen ausgesetzt zu haben. Das wäre fast 2x kurz nach den Impf.gestorben. Ein Arzt sagte damals unter 4 Augen zu uns: "Lassen Sie Ihr Kind nie wieder impfen". Einer der wenigen ehrlichen war das.
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