«Ich bin schon geimpft»
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Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier, Erfurt
Artikel vom 24.09.2009
Gegen Schweinegrippe impfen oder nicht - wir hören und lesen viel und wissen wenig darüber. Das «gerüttelt Maß an offenen Fragen», wie der Virologe Peter Wutzler sagt, versucht der Deutsche Influenza-Kongress in Erfurt zu beantworten.
Focetria und Pandemrix stehen in den Startlöchern. Die europäische Agentur für Arzneimittel hat ihre Bewertung der Impfstoffe gegen das vom Schwein übertragene H1N1-Virus abgeschlossen und heute die Empfehlungen an die EU-Kommission herausgegeben. 10 bis 20 Arbeitstage habe die Kommission nun Zeit, die Empfehlungen zu prüfen, sagt Michael Pfleiderer, der das Fachgebiet Virusimpfstoffe am Paul-Ehrlich-Institut leitet. «In zwei bis drei Wochen werden die ersten Impfstoffdosen in der Tat auf dem Markt sein. Wir sind auf dem besten Wege, ein komplettes Set an Impfstoffoptionen zu haben», betont er.
Seit 2003 beschäftigen sich die Pharmaunternehmen mit der Entwicklung von Pandemie-Impfstoffen. Das zentrale Problem im Kampf gegen die Pandemie-Viren ist, dass in der Bevölkerung keinerlei Grundimmunisierung besteht, wie sie sich bei der saisonalen Grippe im Laufe der Jahre aufbaut. Um nicht wie bei Kindern langwierige Impfprozesse in Gang setzen zu müssen, haben die Forscher Musterpandemiestoffe entwickelt, die die Immunogenität, also die Wirksamkeit, steigern.
Adjuvanz heißt dieser Effekt, der für die Pandemie-Viren durch eine Squalenöl-in-Wasser-Emulsion erzielt wird, genannt MF 59. Als Ausgangsvirus für die Entwicklung wurde der sehr aggressive H5N1-, auch bekannt als Vogelgrippevirus, verwendet. In Tests haben sich Erfolgsquoten von mehr als 90 Prozent ergeben. Die Adjuvanz ermöglicht zudem, den Antigengehalt in der Impfung zu reduzieren, so dass die Herstellungsressourcen effektiver genutzt werden können. Dennoch seien vorerst zwei Impfungen unumgänglich, um die Grundimmunisierung zu gewährleisten, betont Pfleiderer.
Zwei Musterimpfstoffe sind in der EU bereits zugelassen, Focetria von Novartis und Pandemrix von GSK. Wirksamkeit und Verträglichkeit sind erporbt, für einen aktuellen Pandemievirus wie derzeit der Schweinegrippen-Erreger mussten nun lediglich die Antigene angepasst werden. Das geschieht im sogenannten «rolling review», einem rollierenden Bewertungsverfahren, was bedeutet, dass der Stoff Schritt für Schritt bewertet wird und somit die abschließende Einschätzung schneller geht.
Über diese Wirkstoffe hinaus werden zahlreiche weitere Impfstoffe entwickelt, deren Zulassung jedoch aufwendiger ist, weil sie nicht über die Musterzulassung verfügen. Das Problem der Grundimmunisierung ist der Grund, warum eine Standardimpfung ohne Adjuvanz bislang noch nicht zur Verfügung steht – sie ist für die Altersgruppe von 18 bis 60 Jahren in Vorbereitung, wird jedoch noch kritisch gesehen.
Grundsätzlich werden die Impfstoffe, wie Pfleiderer betont, laufend weiterentwickelt und an den klinischen Verlauf der Krankheit angepasst. «Wir können uns den Luxus leisten, vorsichtig vorzugehen», sagt er im Hinblick auf die bislang langsame Verbreitung. 50 Millionen Impfdosen sind derzeit bestellt, die also nach derzeitigem Stand für 25 Millionen Menschen ausreichen. Gegenbenenfalls könne jedoch jederzeit nachbestellt werden, sagt Pfleiderer.
Verunsicherung der Bevölkerung
Größere Verwirrung besteht jedoch um die Anwendung der neuen Präparate. Professor Klaus Wahle, Mitglied der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (Stiko), ist wenig zufrieden mit dem, was bislang in den Medien zu lesen war: «Es ist ein Grauen, was im Bezug auf H1N1 passiert. Was bisher veröffentlicht wurde, trägt zur Verunsicherung in der Bevölkerung bei», kritisiert er. Er befürchtet, dass sich auch die Schweinegrippen-Impfung nicht flächendeckend verbreiten werde.
Denn das stellt er in Deutschland auch im Bezug auf die saisonale Grippe-Impfung als großes Manko heraus. Während die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO für die Risikogruppen eine Durchimmunisierung von 60 Prozent verlange, seien hierzulande nur 45 Prozent der Über-60-Jährigen, 40 Prozent der chronisch Kranken und «katastrophale» 18 Prozent des medizinischen Personals geimpft. Ab 2010 erhöht sich die WHO-Forderung auf 70 Prozent.
«Im Augenblick besteht eine viel größere Angst vor der Impfung, insbesondere vor den Adjuvanzen, als vor den Konsequenzen des Virus», ist Wahles Eindruck. Sorgen bezüglich der Nebenwirkungen wiegelt der Virologe Michael Pfleiderer ab: «Der Wirkungsverstärker wurde bereits 45 Millionen Mal angewendet, die Impfstoffe in Tausenden klinischen Versuchen getestet», betont er. Die geringere Konzentration der Antigene gleiche die theoretischen Nebenwirkungen zudem aus. Bei Kindern könne die Dosis schlicht halbiert werden.
Krankenkassen müssen zahlen
Noch hat die Stiko die Definierung der Risikogruppen für die Schweinegrippe nicht publik gemacht. Klar ist jedoch, dass sie erstmals in Deutschland durch einen gemeinsamen Ausschuss von Bund und Ländern in einer Schutzimpfungsrichtlinie festgelegt wird – und die Pandemie-Impfung damit zur Pflichtleistung für die Krankenkassen wird. Darüber hinaus ist ein Wettbewerb der Kassen einkalkuliert, Sonderleistungen anzubieten – wie beispielsweise, die Impfung nicht erst ab 60, sondern schon ab 50 Jahren durchzuführen.
Voraussichtlich gehören zur Risikogruppe, wie auch in der Empfehlung der WHO, die Über-60-Jährigen, chronisch Kranke und medizinisches Personal, und auch Schwangere werden wohl eine besondere Empfehlung erhalten, kündigt Klaus Wahle an. Er ist bereits geimpft.
iwe/news.de
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Das ist keine "Schweinegrippe-Epedemie" sondern eine "Medien-PharmaEpedemie". Selbst informieren und recherchieren ist wichtiger denn je. Ich kann nur sagen (eigene Erfahrung) sollten Schäden durch Impfungen auftreten, bekommt Ihr kein Recht. Ein "kausaler Zusammenhang" wird generell ausgeschlossen und auf den Schäden bleibt ihr sitzen. So erging es uns. Ich bereue das heute noch, mein Kind diesen Impflügen ausgesetzt zu haben. Das wäre fast 2x kurz nach den Impf.gestorben. Ein Arzt sagte damals unter 4 Augen zu uns: "Lassen Sie Ihr Kind nie wieder impfen". Einer der wenigen ehrlichen war das.
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