Amoklauf in Ansbach, S-Bahn-Mord in München - die Jugendgewalt scheint extremer zu werden. Kanzlerin Merkels Gegenmittel: mehr Polizei und Videoüberwachung. Beim Einsatz in Ansbach gingen die Polizisten erstmals nach einem neuen Konzept vor.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach den Gewaltausbrüchen von Jugendlichen vor einer Kapitulation des Staates gewarnt. In der Bild am Sonntag forderte sie zugleich mehr Polizeibeamte. Der Staat müsse den öffentlichen Raum schützen. «Straßen, Plätze, Bahnhöfe müssen sicher sein», sagte Merkel. «Wenn die Bürger den Eindruck gewinnen, dass der öffentliche Raum nicht geschützt ist, dann werden auch weniger Zivilcourage zeigen und leider wegsehen.»
Die Lösung der Probleme mit der Jugendkriminalität bezeichnete sie als eine der größten Herausforderungen des Staates. «Die öffentliche Sicherheit ist ein genauso hohes Gut wie die soziale Sicherheit», sagte die Kanzlerin und forderte mehr Polizisten und eine umfangreichere Videoüberwachung. «Wir brauchen mehr Videokameras auf den Bahnhöfen und ausreichend Polizeikräfte vor Ort. Nur dann kann die Polizei rechtzeitig eingreifen.»
Merkel plädierte zugleich für ein möglichst frühes Einschreiten des Staates und eine häufigere Anwendung des Erwachsenenstrafrechts bei 18- bis 21-Jährigen. Es gebe Lebensläufe von jungen Menschen, «die äußerst gewaltbereit sind und zu allergrößter Sorge Anlass geben.»
Ablehnend äußerte sich die CDU-Vorsitzende zu Forderungen nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts. «Ich bin zurückhaltend, das Jugendstrafrecht weiter zu ändern.» Der Staat müsse jedoch möglichst früh eingreifen, wenn etwas schief läuft. Merkel: «Aus meiner Zeit als Jugendministerin weiß ich, dass man auf unter 14Jährige noch viel leichter Einfluss nehmen kann als auf ältere Jugendliche.»
Polizei hatte in Ansbach Tatik geändert
Unterdessen wurde bekannt, dass bei der schnellen Überwältigung des Amokläufers von Ansbach nach einem neuen Konzept vorgegangen wurde. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, früher habe es die Auffassung gegeben, «bei Amokläufen zunächst das Schulgelände abzusichern und zu warten, bis ein Sondereinsatzkommando eintrifft». Weil sich aber gezeigt habe, dass Amokläufer versuchen, immer mehr Opfer zu finden, habe man die Taktik geändert. «Jetzt wird so schnell wie möglich versucht, die Amoklage zu beenden», sagte Herrmann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
«Die ersten Beamten, die eintreffen, gehen sofort rein und warten nicht, bis zehn andere da sind. Das ist für die Beamten mit einem erheblichen Risiko verbunden», erläuterte Herrmann. In Ansbach sei der Dienstgruppenleiter nach dem Notruf mit einer Kollegin zur Schule aufgebrochen, wo sie die Verletzten und die blutüberströmten Kinder sahen. «Weil es zwei, drei Minuten gedauert hätte, bis die nächsten Kollegen eingetroffen wären, sind sie sofort in die Schule gegangen», sagte Herrmann. Von den Schülern, die wegen des Feueralarms aus der Schule strömten, erfuhren die Polizisten dann, dass die Taten im dritten Stock verübt worden waren.
Zudem habe die Polizei in Ansbach vor den Sommerferien gemeinsam mit dem Gymnasium ein Konzept für mögliche Amokfälle erarbeitet. Das sei eine Reaktion auf die Tragödie von Winnenden gewesen. Die Dienststellen seien beauftragt worden, «sich mit ihren örtlichen Schulen in Verbindung zu setzen. Daher war die Polizei in Ansbach mit der Situation in der Schule vertraut.»
Schule nicht zum Hochsicherheitstrakt machen
In Ansbach habe zum ersten Mal seit langer Zeit ein Amokläufer seine Tat überlebt. «Das Typische bei Amokläufen ist, dass die Täter das vor dem Hintergrund einer Selbstmordabsicht tun und andere mit in den Tod nehmen wollen», sagte Herrmann. «Dass hier aufgrund des umsichtigen Vorgehens der Polizei der Suizid nicht stattgefunden hat, wird es ermöglichen, überhaupt einmal dem nachzugehen, was in dem jungen Mann vorgegangen ist. Wie ist er auf solche grausigen Gedanken gekommen?» Es sei ganz klar, das der Täter intensivst vernommen werden wird - auch, um psychologische Erkenntnisse über die Motive von Amoktätern zu gewinnen.
Trotz der furchtbaren Tat hat der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, vor der Vorstellung gewarnt, man könne Schulen zum «Hochsicherheitstrakt» machen. «Schulen haben meist mehrere Eingänge, es gibt meist nur Hausmeister und Sekretärin, es ist Bewegung, Kommen und Gehen. Da kann man keine Zugangsbeschränkungen machen«, sagte er der Passauer Neuen Presse.
Eher müssten aus Sicht von Freiberg die Notfallpläne «ernsthaft geübt werden». Dadurch könne Leben gerettet werden. Darüber hinaus unterstrich der GdP-Vorsitzende: «In allen Schulen werden Notruf- beziehungsweise Lautsprechersysteme benötigt. Im Notfall müssen die Durchsagen schnell gemacht werden können. Die Polizei hat im Fall Ansbach schnell und richtig reagiert. Man sieht, dass wir das Verhalten bei Amokläufen geübt haben.»
hav/news.de/ddp/dpa
Stimmt, doch dann müssen die Eltern mal mit der Schulleitung Lartext reden. Der Lehrer ist auch auch Erzieher und hat für Ordnung in seiner Klasse zu sorgen. Sollte die Schulleitung/Lehrer ihren Pflichten nicht nachkommen, kann man kann sich ja auch an die Medien wenden. Eventuell ist denen das angenehmer. Auf alle Fälle braucht das Kind erst einmal einen Rückhalt in der Familie. Sollte das Kind etwas falsch gemacht haben, kann man do immer noch drüber sprechen.
jetzt antwortenKommentar meldenWir brauchen nicht mehr, sondern bessere Polizisten! Die derzeitige Polizei ist erschreckend stark von Gleichgültigkeit geprägt.
jetzt antwortenKommentar meldenZu Kommentar 2. Das hengt nicht nur von Eltern ab. Wenn das Kind wird von die Schule aussortirt, gemobt, ausgelacht, das treibt das Kind in Eisamkeit, dann welche versließen sich, welche rasten aus. Wo ist die Moral und Etik in der Schule geblieben? Auf der Strecke gebliben; habste Sachen sie haben Bibel, wo wird gemobt, getötet. Und mit Name der Glauben und Gottes, werden die Kinder missbraucht und vergewaltigt. Die Regierung kann noch so viel die Polizai einschalten, das hört nicht auf. Das muss in Kopfen der Menschen was geschehen.
jetzt antwortenKommentar meldenICh hätte mal eine Idee vielleicht hören sie auf immer die die Kinder als Freunde zu betrachten was ja auch daruf zurückführt das immer mehr Eltern Freund sein wollen mir Ihren Kindern ist ja alles schön nur ich bin der Meinung das dies nicht immer passend ist Eltern sind Eltern und sollten Ihren Kindern lernen sich in der Gesellschaft zu benehmen , ob das die Polizei erreicht würde ich bezweifeln denn das ist den Jugendlich in dem Moment der Handlung vollkommen egal sie werden einfach eben Spontan handeln da denkt keiner nach über eine Kamera und Polizist. Das liegt alleine an der Erziehung.
jetzt antwortenKommentar meldenMehr Polizei sollte auch mehr Sicherheit bedeuten, wenn die Beamten richtig eingesetzt werden. Ein Abbau von Polizeikräften und Schließung von Polizeirevieren ist, meiner Meinung nach, unverantwortlich. Und Polizeikräfte durch ehrenamtliche Kräfte zu ersetzen ist doch auch nicht die Lösung, oder?
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