Na, mit´m Radl da?
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier
Artikel vom 17.09.2009
53 Prozent der Deutschen fahren regelmäßig Rad - nicht schlecht, aber kein Vergleich mit den Niederländern. Die legen im Jahr dreimal so viele Kilometer per Drahtesel zurück. Aber sie haben auch einen Masterplan Fahrrad. Und Deutschland?
Hier in Deutschland sind wir große Fahrradfahrer. Das denken wir zumindest, und wer durch Fahrradstädte wie Münster oder Bremen radelt, fühlt sich tatsächlich, als wären Autos eine Randerscheinung. Im europäischen Vergleich allerdings bringt der Durchschnittsdeutsche nur 300 Radkilometer pro Jahr auf die Straße. Ein Niederländer fährt hingegen ganze 1000, und jeder Däne radelt 960 Kilometer im Jahr.
Die Selbstwahrnehmung stimmt wieder, wenn wir gen Süden schauen. 35 Kilometer in Portugal, 91 in Griechenland, 87 in Frankreich und immerhin 168 Kilometer radeln Italiener jährlich. Und die Spanier? 24.
Aber selbst in Spanien hat sich in den letzten zwei, drei Jahren einiges bewegt. In Großstädten wie Barcelona oder Sevilla, wo nie jemand Fahrrad fuhr, gibt es plötzlich Radwege und Leihräder, die man an diversen Punkten der Stadt nehmen und zurückstellen kann. Es ist dort ein Riesenerfolg, weil kaum jemand ein eigenes Rad hat. In Deutschland haben die meisten Leute ein Fahrrad, aber auch hier etablieren sich gerade Leihräder, zum Beispiel in Hamburg oder Leipzig.
Immerhin: 53 Prozent der über 14-jährigen Deutschen fahren mehrmals pro Woche Rad, 18 Prozent trampeln sich selbst zur Arbeit. Dass die Niederländer so fleißig in die Pedale treten und auf ihren Hollandrädern selbst kleine Umzüge bewerkstelligen, liegt aber nicht nur am flachen Land und den vielen einheimischen Radherstellern.
Auch der Masterplan Fiets, also der Masterplan Fahrrad, hat einiges dazu beigetragen. Seit den 1980er Jahren habe der Staat dort ordentlich investiert in Radwege und Verkehrssicherheit, sagt Bettina Cibulski, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC). «Damit haben sie den Anteil der Fahrräder am Verkehr bis 1995 auf 27 Prozent verdoppelt», betont sie. Hierzulande machen muskelbetriebene Räder neun Prozent des Verkehrs aus – in der Fahrradstadt Bremen allerdings erreicht man auch holländische 27 Prozent.
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Ein Fahrradhelm sieht doof aus und zerdrückt die Frisur. Aber er kann auch Leben retten. mehr ...
Mit dem Rad an der Donau entlang, das ist für viele längst eine Alternative zum mehr ...
Deutschland hat den Ruf, die Autonation schlechthin zu sein. Doch auch auf ihr Fahrrad lassen mehr ...
Die Fahrradbranche leidet unter der Wirtschaftskrise. So ist die Nachfrage im laufenden Jahr zurückgegangen. Die mehr ...
Seine Leidenschaft heißt BMX: Der deutsche Vizemeister spricht mit news.de über die Faszination seines mehr ...
Moderne Fahrradlampen überraschen mit sehr hellem Lichtschein. Besonders in unbeleuchteter Nacht ist der Unterschied zu alten mehr ...
Zehn Prozent aller Wege machen Deutsche mit dem Fahrrad. Das ist ein bisschen mehr als mehr ...
Hier, im Umkreis von Münster, ist das Rad ein wichtiges Verkehrsmittel. In Münster selbst ist aber auch die ganze Stadt schon immer prima auf den Radverkehr eingerichtet. Im Gegensatz zu manchen anderen Gegenden kommt in Münster auch der Regierungspräsident mit dem Rad zur Arbeit, wie 43 % aller anderen Arbeitnehmer auch. Das mag auch an der Nähe zu Holland liegen, führt aber zu einem Stück echter Lebensqualität und ist gesund. Nur bei Regen;- na da kommt man mit dem Auto, dem motorisierten Regenschirm der Münsteraner. Man kommt dann nur nirgendwo durch. Schöne Grüße aus der Rad(haupt)stadt Thomas Häfele P.S. In Münster gibt es sogar ein Parkhaus für Räder
jetzt antwortenKommentar meldenIch lebe schon seit der Einführung des Euro ohne Auto. Herrlich schön ist es ohne Tankstellenhalte und hohen Rechnungen. Zug fahren ist ganz einfach zu teuer, somst würden auch mehr auf Bahn fahren umsteigen.
jetzt antwortenKommentar meldenErstaunlich wie weit man ohne Auto kommt. Ich lebe schon über ein Jahr ohne. Fahrradkilometer habe ich schon über tausend. Was ich aber schade finde ist, dass Zugfahren mit dem Rad ziemlich teuer kommt. Immerhin pro Rad 4,50 € zusätzlich. Früher ging das in unserer Region umsonst, seit April nicht mehr. Dabei wäre es schon ein Anreiz mal das Auto für einen Wochenendausflug stehen zu lassen und mal die Kombination Zug/Fahrrad zu benutzen.
jetzt antwortenKommentar melden