Manche Menschen können Rot und Grün nicht unterscheiden. Männliche Totenkopfaffen auch nicht - bis ein Forscherteam ihnen mit einer Gentherapie half. Nun hoffen farbenblinde Menschen auf Heilung.
Männlichen Totenkopfaffen sind farbenblind. Sie können zwar Blau und Geld sehen, nicht aber Rot und Grün. Das ist ganz normal für Totenkopfaffen. Ihnen fehlen die Sinneszellen für bestimmte Wellenlängen des Lichts. Nur einige weibliche Tiere sehen dreifarbig, da sie die erforderlichen Farbkörper, sogenannte Pigmente, in der Netzhaut besitzen.
Einem amerikanischen Forscherteam ist es nun gelungen, diese so genannte Rot-Grün-Blindheit bei erwachsenen Totenkopfäffchen mit Hilfe einer Gentherapie zu beseitigen. Sie implantierten ihnen ein menschliches Gen, welches das fehlende Pgment in ihren Augen ersetzt. Jetzt, zwei Jahre später, sehen die Versuchsaffen zumindest drei Farben. Das berichtet ein amerikanisches Forscherteam um Katherine Mancuso von der Universität Washington im Fachjournal Nature.
Farbenblindheit tritt auf, wenn das sogenannte L-Opsin-Gen fehlt, das für die Bildung bestimmter Pigmente verantwortlich ist. Mancuso und ihre Kollegen injizierten ein menschliches L-Opsin-Gen in die lichtempfindliche Schicht unter die Netzhaut der farbenblinden Primaten. Anschließende Farbtests zeigten, dass die Tiere etwa 20 Wochen nach der Behandlung imstande waren, dreifarbig zu sehen. Die neue Fähigkeit hielt auch zwei Jahre nach der Gentherapie weiter an.
Bislang dachte man, dass angeborene Sehstörungen lediglich bei sehr jungen Menschen behandelt werden können, da deren Gehirn noch ausreichend flexibel ist, um sich an die veränderte Wahrnehmung anzupassen. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen jedoch, dass zum dreifarbigen Sehen lediglich die richtigen Pigmente erforderlich sind, betonen Mancuso und ihre Kollegen. Auch ein erwachsenes Gehirn könne die neuen Informationen verarbeiten. Das zeige das große Potenzial der Gentherapie zur Wiederherstellung nicht vorhandener oder verlorener Sehleistung, so die Forscher.
Die große Frage ist nun, ob das Experiment Eingang in die Augenheilkunde findet. Das Gen in dieser Studie war nicht ein Affen-Gen, sondern ein Menschen-Gen. Deshalb ist es möglich, es auch in Menschenaugen zu transplantieren. Die gesamte Technik der Gentherapie birgt aber noch sehr hohe Risiken, und Farbenblindheit ist nicht lebensgefährlich, sodass die Risiken derzeit noch die Chancen übersteigen. Dennoch werden die Forscher schon jetzt von Betroffenen auf der ganzen Welt bestürmt, sagt Mancuso:«Wir bekommen täglich E-Mails mit dem Inhalt ‹Sie forschen über Farbenblindheit, können Sie nicht etwas für mich tun?›.»
car/news.de/dpa
Ich hoffe, dass die Genforschung unseren beiden Enkelkindern nach dem Ausschluß von Risiken ihre Farbenblindheit heilt.
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