Zu hässlich zum Überleben
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Von news.de-Mitarbeiterin Anwen Roberts
Artikel vom 04.09.2009
Pandas sind vom Aussterben bedroht. Das bewegt viele. Dass dem hässlichen Axolotl-Lurch das gleiche Schicksal droht, interessiert kaum jemanden. Wer keine niedlichen Knopfaugen aufweisen kann, findet unter Tierschützern einfach keine Lobby.
Die Lebensformen auf unserem Planeten sind derart vielfältig, der Artenreichtum zwischen Marianengraben und Mount Everest derart bunt, dass man schnell vergisst, dass die heute lebenden Arten nur einen winzigen Bruchteil des Lebens auf der Erde darstellen. Tiere wie Quallen oder Schildkröten bestehen seit Jahrmillionen und haben sich im Laufe der Evolution nur wenig verändert. Solche beständigen Arten sind allerdings der geringste Anteil aller Wesen, die je auf diesem Planeten gelebt haben. Eine oft zitierte Sentenz der Paläontologie heißt sogar: Statistisch betrachtet ist alles Leben auf der Erde extinkt.
Der Spruch macht deutlich: Das Verschwinden der Arten von unserem Planeten ist auf lange Sicht die Regel – die erfolgreichen Ausnahmen machen nur Promilleanteile der Gesamtzahl aus. Der von öko- und klimabewussten Organisationen in aller Welt vorangetriebene Artenschutz scheint dagegen einen anderen, ganz gegenwartsgeprägten Antrieb zu haben: Als schützenswert gelten ihnen die heutigen Ökosysteme der Erde, die Balance und Vielfalt des Lebens in vorliegender Form.
Doch die Idee vom schützenswerten Leben an sich sieht in der Praxis anders aus – Begeisterung und Budget für Artenschutzprojekte unterscheiden sich je nach Sympathiewert des betreffenden Wesens radikal. „Charismatische Megafauna“, wie herzerweichende Pandas und elegante Großkatzen auch genannt werden, hat die wesentlich besseren Chancen, durch gezielte Schutzmaßnahmen vom Aussterben abgehalten zu werden, als etwa der monströse Tiefsee-Anglerfisch oder der mexikanische Lurch Axolotl.
Dieser selten hässliche Schwanzlurch wurde erstmals von Alexander von Humboldt als Mitbringsel nach Europa gebracht und wird seither von vielen Liebhabern in dunklen Aquarien als ganz farblose Albinovariante gezüchtet – der Wildtyp dagegen ist auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als vom Aussterben bedroht klassifiziert.
Auch für den Froschlurch Nasikabatrachus, der einem wulstigen lila Schleimklumpen gleicht und dessen begrenzter Lebensraum von Kaffeeplantagen bedroht wird, sind nur wenig Freunde und Förderer zu finden. Doch es mehren sich die Stimmen, die den Artenschutz skurriler Amphibien und anderer unansehnlicher Wesen für ebenso wichtig halten wie den ihrer charismatischeren Vetter.
Ein Plädoyer für die Hässlichen
Ein Beispiel ist das Endangered Ugly Things Blog von Nathan Yaussy: Der US-amerikanische Ökologiestudent stellt auf seiner Website „hässliche, vom Aussterben bedrohte Dinge“ vor und wurde dafür von der Washington Post und Scientific American lobend erwähnt, nicht zuletzt für die teils abartigen Abbildungen. „Mein Ziel ist es, Menschen darüber zu informieren, dass es diese Dinge da draußen gibt – und dass sie genauso wichtig sind wie jeder Panda“, sagte Yaussy dem Wissenschaftsmagazin.
Die Bemühungen um Überblick und Erhalt von Arten sind so vielfältig wie die Arten selbst. Von Volkszählungen im australischen Regenwald von 50 Meter hohen Baukränen bis zur gigantischen Ozeaninventur des Projekts «Census of Marine Life», an dem rund 300 Wissenschaftler bald ein Jahrzehnt arbeiten, reichen die Bemühungen. Vor allem in der unbekannten Tiefsee sind solche Volkszählungen eine echte Herausforderung, doch wollen die Meeresforscher zum Ende des Census 2010 schon so viel über das Leben in den Ozeanen wissen, «wie wir heute über das Leben an Land wissen».
Artenzählung ist aber längst nicht gleich Artenschutz, und angesichts der hohen Dunkelziffern unbekannter Arten, die etwa bei Insekten in die Millionen gehen könnten, kommen mit der Bio-Inventur höchstens noch neue potenzielle Aussterber hinzu. Bleibt abzuwarten, ob die Fisch- und Vogelperspektive der Volkszähler auch für den Artenschutz umsetzbaren Erkenntnisgewinn mit sich bringt.
kat/news.de/dpa/ap
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wer sagt das axolotl hässlich sind der ist selbst hässlich dieses tier kann sich gegen solche kommentare nich wehren es ist ne sauerei ein tier als hässlich zu bezeichnen. der mensch ist das hässlichste lebewesen der welt da er sich alles untertan macht den tieren den raum zum leben raubt und nur an sich denkt.
jetzt antwortenKommentar meldenLol..guter Kommentar ! Sicherlich werden mit der nächsten Eiszeit, und die kommt nach wissenschaftlichen erkenntnissen ganz sicher... Wenn auch erst in einigen 1000 Jahren... noch so einige Tierarten aussterben. So war das mit der letzten Eiszeit auch. Nur hat der Mensch wahrscheinlich vorher schon dafür gesorgt das einige Arten die sich hätten anpassen können, nicht mehr existieren. Aber der Mensch selber ist ja auch ein Auslaufmodell. Mit seiner Raffgier, Gedanken,- und Rücksichtslosigkeit und seinem Egoismus wird er sich selber hinwegfegen.
jetzt antwortenKommentar meldenSchon vergessen, wir sind auch ein "Art" und aus Sicht eines Lurch Axolotl sicher nicht sehr schön anzuschauen. Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Wir können sicher nicht jede Art vor dem Aussterben bewahren, aber wir können doch einiges tun um nicht in diesem rasanten Tempo aelbst der Verursacher vom Aussterben anderer Arten zu sein. Manche Eingriffe unserer Art sind nicht dem Überleben sondern der Verschwendung geschuldet. An alle Tierliebeneden der schönen Art, sie sollten die Komplexität des Lebens nicht vergessen. Und an Komentar1, woher wollen Sie eigentlich wissen, dass Sie nicht selber in einem riesigen Reagenzglas stecken und aus Versehen wieder erschaffen wurden.
jetzt antwortenKommentar meldenNaja, vielleicht sollten wir ja das Marburg Virus unter Schutz stellen. Ich habe nie kapiert, was "Artenschutz" eigentlich soll. Hübsche kleine Pandas schützen ist ja niedlich, aber generell gesehen sind "Arten" einfach Variationen von Genetischen Codesequencen. Davon gibt es wohl täglich neue. Ein paar haven Erfolg, die meisten nicht. Na und? In nicht zu ferner Zukunft können wir wahrscheinlich selber ganze "Arten" erschaffen oder frühere wieder beleben. Vielleicht nicht Dinosauriere, aber Panda Bären ganz gewiss. Die paar technischen Probleme, die es noch gibt, werden wohl bald überwunden sein.
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