So., 12.02.12
Integration

Kommentar zum Namensurteil Ein Name, kein Verbrechen

Von news.de-Redakteur Christoph Heinlein

Artikel vom 02.09.2009

Berlins Innensenator Körting wollte einem Muslim verbieten, seinen Sohn «Djehad» zu nennen. Damit ging er zu weit, urteilte das Oberlandesgericht Berlin. Das Kind darf seinen Namen behalten – die Richter haben mit ihrer Entscheidung Sachverstand bewiesen.

«Djehad» darf ein Deutsch-Ägypter seinen Sohn nennen, und dieser Name lässt in Zeiten von Afghanistaneinsatz und islamistischem Terror bei vielen Menschen die Alarmglocken klingeln: Ist das nicht das Wort, mit dem palästinensische Attentäter ihre Anschläge rechtfertigen, mit dem die zottelbärtigen al-Qaida-Führer Muslime in aller Welt aufzuhetzen versuchen? Dschihad, heiliger Krieg, was in aller Welt haben sich die Richter am Berliner Oberlandesgericht bei ihrer Entscheidung nur gedacht?

Wenn man genau hinsieht: das Richtige. Denn «Dschihad» ist ein traditioneller arabischer Name. Zahllose Jungen und Männer in aller Welt tragen ihn, und ihre Eltern sind keineswegs lauter gewaltbereite Fanatiker, die nur darauf warten, Ungläubige zu bekämpfen. «Dschihad» bedeutet zunächst einmal lediglich eine Anstrengung für den Glauben. Das muss mit Krieg gar nichts zu tun haben, auch wenn militante Islamisten diesen Aspekt gern in den Vordergrund rücken.

Ob der Kläger, der jetzt vor Gericht den Namen durchsetzte, ein solcher Islamist ist, steht auf einem anderen Blatt. Der Verfassungsschutz beobachtet den Mann seit Jahren, Münchner Staatsanwälte werfen ihm radikale Propaganda vor. Gut möglich, dass er den Namen seines Sohns vor allem deshalb auswählte, um die Gesellschaft zu provozieren.

Eine solche Gesinnung ist bedenklich. Und trotzdem: Verboten und bestraft gehören islamistische Verbrechen. Seinen Sohn «Dschihad» zu nennen, ist kein Verbrechen - auch wenn an den Motiven Zweifel bestehen.

mik/news.de
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Kommentar zum Namensurteil: Ein Name, kein Verbrechen » Gesellschaft » Nachrichten

URL : http://www.news.de/gesellschaft/855023262/ein-name-kein-verbrechen/1/
Schlagworte:
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Leserkommentare (4)
  • Kommentar: 4
  • 11.07.2010 18:50
von
Sun

Mann soolte die Kirche im Dorf lassen und die Moschee im Abendland ,ich finde es traurig das ein der grössten Weltreligionen so schlecht dargestellt wird aufs kleinste überleuchtet bis hin zu einer simplen Namensvergabe.In Europa bezüglich auch in Deutschlanf fehlt es einfach an qualifiziertem Fachwissen die den Islam eindeutug mit seinen ganzem Sinn an die leute vermitteln kann.Das fängt schon in unserem umfeld an.

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  • Kommentar: 3
  • 06.02.2010 00:07
von
zamzam Götze
Antwort auf Kommentar 2

ich finde es traurig und Gleichzeitig Lächerlich die Name diskriminierung, da ich Verwandte die dchihad Heißen, Wenn, einpaar fanatiker die Name falsch benutzt , Heißt es nicht unbedingt das die gute Leute dafür bestraffen sollen.

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  • Kommentar: 2
  • 11.09.2009 15:51
von
Nachdenker

@ Anna Luehse Danke führ Ihren fachlich qualifizierten Kommentar. Damit ist diese Seite gerade noch gerettet. Wer den Lebenslauf von diesem sauberem Herrn anschaut, da läuft es einem eiskalt den Buckel runter. Seine Frau mußte in das Zeugenschutzprogramm genommen werden, wegen seinen Masakern im Balkan. Siehe auch Wikipedia.

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  • Kommentar: 1
  • 08.09.2009 20:55
von
Anna Luehse

Aus Respekt für sein Gastland könnte er das Kind ja "Endsieg" nennen. Immerhin: SS-Führer Heinrich Himmler schwärmte von der (O-Ton) "weltanschaulichen Verbundenheit" zwischen dem National-Sosialismus und dem Islam.

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