Lockerung am Korsett von Bachelor und Master
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 01.09.2009
Seit die Auswirkungen der vor zehn Jahren beschlossenen Bologna-Reform zu spüren sind, regen sich an den Hochschulen Proteste. Das enge Korsett von Bachlor und Master könnte allerdings Lockerung erfahren. Bildungsministerin Schavan will Korrekturen.
Nach langen Diskussionen und Protesten könnte es in der Hochschulpolitik doch noch eine Wandel geben. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will nun gemeinsam mit den Wissenschaftsministern der Länder die Bachelor- und Masterstudiengänge in Deutschland reformieren.
Korrekturen dürften kein Tabu sein, sagte die Ministerin der Passauer Neuen Presse und erklärte: «Ich fordere die Hochschulen dazu auf, darüber konkret nachzudenken.»
Eine erste Gesprächsrunde zum Vorhaben soll es - nach der Bundestagswahl - im Oktober geben. «Es gibt zahlreiche Punkte, bei denen Änderungen denkbar wären. Wir müssen noch einmal die eigentlichen Ziele des Bologna-Prozesses in den Blick nehmen: Vergleichbarkeit von Studiengängen, mehr Mobilität, mehr Internationalität», so Schavan.
Vorstellen könne sie sich, die starre zeitliche Begrenzung der Bachelorstudiengänge von sechs Semestern aufzubrechen. Zudem müssten die Chancen für den Berufsstart entsprechender Hochschulabsolventen ins Visier genommen werden. Hier sei die Wirtschaft in der Pflicht, den Bachelorabsolventen berufliche Perspektiven zu bieten.
Mehrfach hatten Studenten durch Protestaktionen auf die Misere in ihren Augen hingewiesen. Im bundesweiten Bildungsstreik, an dem sich Mitte Juli auch zahlreiche Schüler und Lehrkräfte beteiligten, hatten die Problembekundungen ihren Höhepunkt erreicht.
Studenten hatten kritisiert, dass ihnen anhand der zahlreichen Prüfungen und verkürzten Studienzeiten kein Raum etwa für Praktika bliebe. Zudem sei es aufgrund der vollgestopften Studienordnungen unmöglich, die Studienzeit durch einen Nebenjob ordentlich zu finanzieren - insbesondere für jene, die nicht durch Bafög unterstützt werden.
Rückendeckung für die Studierenden gab es seitens der Hochschulrektorenkonferenz. Deren Präsidentin, Margret Wintermantel, hatte betont: «Die Studierenden weisen vielerorts zu Recht auf Umsetzungsdefizite der Reform hin: zu eng geplante Curricula, zu zahlreiche und schlecht abgestimmte Prüfungen und zu detaillierte Regulierung des Studiums.»
Aber auch Kritiker hatten die Hinweise der betroffenen Hochschüler auf den Plan gerufen. Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, warf den Demonstrierenden vor, dass es für viele ihrer Kritikpunkt keine Belege gebe. Diejenigen, die am lautesten über das Bachelor-Master-System jammerten, hätten die Chance gehabt, frühzeitig an der Reform mitzuwirken. Dem widersprach Anja Gadow vom Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften, die betonte, dass Studenten keinerlei Mitsprachrecht bei den Studiengangsreformen gehabt hätten.
hav/news.de/ddp
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Jedem müsste evident einleuchten, das Schavan´s Kriterien für Wissenschaftlichkeit von Hochschulen - Vergleichbarkeit der Abschlüsse, Mobilität und Internationalität - nichts mit Wissenschaft zu tun haben. Selbstverständlich erfüllte das deutsche Diplom sämtliche Punkte der Reform - jedoch an Befähigungen Wesentliches (mind. Master) mehr. Da im übrigen nichts dafür spricht, dass Bachelor und Master zugleich das Prädikat Wissenschaftlichkeit zugesprochen kann, ist zu vermuten, dass der Masterabschluss als Zweitstudium bürokratisch aufgefasst wird. Ein Zweitstudium unterliegt der vollen Studiengebürenpflicht.
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