Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
60 bislang lehrstellenlose junge Leute dürfen ein einjähriges Praktikum bei der Telekom machen und sich so für einen Job qualifizieren. Was neu klingt, ist zwar schon ein alter Hut, aber trotzdem eine gute Idee.
Seit gut fünf Jahren gibt es sie nun schon: die Einstiegsqualifizierung. Sie sollte die Trendwende auf dem Ausbildungsmarkt herbeiführen, helfen, die Zahl derer zu reduzieren, die nach der Schule keine Lehrstelle finden.
Reduziert auf schlechte Schulnoten, stand mancher in den vergangenen Jahren schon vor den Trümmern seiner beruflichen Laufbahn, bevor die überhaupt begonnen hat. Unternehmen machen sich schließlich selten die Mühe, potenzielle Mitarbeiter persönlich kennen zu lernen. Da entscheiden Zeugnisnoten, Kreuzchen und Zuordnungsspielchen in schriftlichen Wissenstest, oder der Eindruck, den ein Bewerber im Großbewerbungsgespräch mit zehn anderen Konkurrenten hinterlässt.
Doch mit tatsächlicher Arbeitsleistung hat das wenig zu tun. Nur weil jemand nicht herbeten kann, wie der Bundestag arbeitet, heißt das noch lange nicht, dass sie anzuwenden dann genauso unmöglich ist. Und nur wenige Unternehmen gönnen sich die Zeit, einem Praktikanten, der nur zwei Wochen im Betrieb ist, tatsächlich arbeiten zu lassen. Oft genug enden die Schnuppertage damit, dass die Betroffenen Kaffee kochen.
Manches kleine oder mittelständische Unternehmen hat davon schon profitiert. Nur bei den Großkonzernen stand die Herrwerdung der Bewerberflut vor der Mühe, den Einzelnen ins Visier zu nehmen. Die Telekom, deren Ruf unter anderem wegen der Bespitzelung von Mitarbeitern gelitten hat, könnte nun mal wieder ein leuchtendes Vorbild sein.
Das Modellprojekt kann in doppelter Hinsicht ein Erfolg sein: Ziehen mehr große Unternehmen mit, kann mancher noch auf eine Chance hoffen, der sich schon abgeschrieben hatte. Und wer dank des gebotenen Weges erfolgreich ist, der ist seinem Arbeitergeber dankbar dafür und bereit etwas zu leisten. Das ist effektive Unternehmensbindung.
kat/kas/news.de